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Die Thaws: High Society, Medien und Familie in den USA in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Finanzierung: Gerda Henkel Stiftung, seit 1.1.2016

Das Forschungsvorhaben untersucht die High Society als eine neue soziale Formation, die sich um 1900 in den Vereinigten Staaten etablierte. Im Gegensatz zur sogenannten Upperclass basierte sie nicht nur auf Vermögen, sondern konstituierte sich maßgeblich medial zu einer Zeit, als der amerikanische Journalismus eine distinkte Gesellschaftsberichterstattung ausbildete. Diese definierte Kriterien, wonach bestimmte, gesellschaftlich auffällige Personen und Ereignisse berichtenswert waren, und legte damit zugleich fest, wer der High Society zuzurechnen war. Die Angehörigen der High Society verinnerlichten zunehmend ihrerseits die medialen Regeln, verhielten sich entsprechend und erprobten medienaffine Handlungsweisen, welche die Journalisten wiederum aufgreifen und fortschreiben konnten. Im Zentrum des Projekts stehen zwei Generationen der US-amerikanischen Familie Thaw, an denen zwei Dissertationsprojekte die Herausbildung und Entwicklung der High Society über rund 50 Jahre untersuchen. Sie zielen auf den je unterschiedlichen Gebrauch und Stellenwert der Medien und stellen die Frage, inwieweit deren inhärente Logiken und Dynamiken unterschiedliche gesellschaftliche Bereiche wie Familie, Justiz/Recht, Medizin und Psychiatrie, Geographie und Ethnologie, aber auch den Tourismus sowie das Konsum- und Freizeitverhalten zunehmend durchdrangen und strukturierten.

Emanuel Steinbacher, M.A.: „The Crime of the Century“: der Fall Harry K. Thaw

Juliane Hornung, M. A.: Margaret und Lawrence Thaw: Vom Honeymoon zur Expedition - ein High Society-Paar auf Reisen