Neueste Geschichte und Zeitgeschichte
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Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2014

VORLESUNG

Vom Ancien Régime zur Moderne. Deutsche Geschichte 1750-1850
Freitag, 10.00 - 12.00 Uhr, M 018

Achtung: Die Vorlesung fällt in der ersten Semesterwoche wegen eines unaufschiebbaren auswärtigen Termins aus.

Das Jahrhundert zwischen 1750 und 1850 bildet eine Zeit des Übergangs, eine Phase der Transition vom Ancien Régime zur Moderne, die mit einem Begriff Reinhart Kosellecks oft als Sattelzeit beschrieben wird. Schlagworte wie Reform und Revolution, Frühindustrialisierung, Ablösung der ständischen durch die bürgerliche Gesellschaft oder Säkularisierung deuten die besondere Dynamik dieser Epoche an. Die Vorlesung gibt einen Überblick über die wichtigsten Problemlagen und Merkmale dieses Abschnitts der deutschen Geschichte.

Literatur: Walter Demel, Reich, Reformen und sozialer Wandel 1763-1806 (= Gebhardt Handbuch der deutschen Geschichte, 10. Auflage, Bd. 12), Stuttgart 2005; Jonathan Sperber (Hg.): Germany. 1800-1870 (The Short History of Germany), Oxford 2004; Rudolf Schlögl, Alter Glaube und modern Welt. Europäisches Christentum im Umbruch 1750-1850, Frankfurt a.m. 2013.

Prüfungsform im BA und mod. LA: KL


VERTIEFUNGSKURS

Von Karl Marx bis Sigmund Freud. Das deutsche Exil in London 1848-1945
Mittwoch, 17.00 - 20.00 Uhr, K 226

Vom Vormärz bis ins 'Dritte Reich' war London ein wichtiger Zufluchtsort für politische Flüchtlinge aus den deutschen Staaten. Verschiedene Gruppen von Emigranten, von den Sozialisten und Anhängern der 48er Revolution bis hin zu den Verfolgten des Nationalsozialismus, kamen über die Jahrzehnte in die britische Hauptstadt und fanden dort ein neues, wenn auch oft prekäres (politisches wie berufliches) Betätigungsfeld. Unter ihnen sind bekannte Namen, wie Ferdinand Freiligrath, Karl Marx und Friedrich Engels oder später Sigmund Freud, Ernst Gombrich, Oskar Kokoschka und Elias Canetti, daneben aber vor allem eine Vielzahl heute weitgehend vergessener Politiker, Schriftsteller, Gelehrten, Maler, Schauspieler und Architekten. Die Lehrveranstaltung will die Geschichte des deutschen Exils in London in möglichst umfassender Weise rekonstruieren und dabei auch übergreifende Fragestellungen, etwa zu politischem Asyl, Einwanderungspolitik und Staatsangehörigkeit, zum Spannungsverhältnis von Integration und Remigration oder zu Formen erzwungenen Kultur- und Wissenstransfers, behandeln.

Literatur: Christine Lattek, Revolutionary Refugees. German Socialists in Britain, 1840-1860, Abingdon 2006; Sabine Freitag (Hg.): Exiles from European Revolutions. Refugees in Mid-Victorian England, New York-Oxford 2003; Klaus J. Bade u.a. (Hg.): Enzyklopädie Migration in Europa. Vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart, Paderborn u.a. 2007, S. 715-724 und 854-860 (mit Lit.hinweisen zu Flüchtlingen aus dem nationalsozialistischen Deutschland).

Prüfungsformen im BA und mod. LA: KL+RE+HA

Anmeldung: bitte per E-Mail an das Sekretariat: 19JH@lrz.uni-muenchen.de
Die Veranstaltung ist bereits vollständig belegt. Sie können sich aber auf die Warteliste setzen lassen.

 

ÜBUNG

Mediengeschichte des 19. Jahrhunderts
Donnerstag, 8.00 - 10.00 Uhr, K 402

Die digitale Revolution der Gegenwart hat den Blick der Historiker verstärkt auf den Medienwandel vergangener Epochen gelenkt. Das 19. Jahrhundert nimmt in diesem Zusammenhang einen besonderen Platz ein. Gerade seit der Mitte des Jahrhunderts ist eine Vielzahl neuartiger Entwicklungen in der Mediengeschichte zu beobachten: die Entwicklung des Journalismus als eigenständiger Beruf, das Entstehen einer Illustrierten- und Massenpresse, neue Formen der Berichterstattung und des journalistischen Selbstverständnisses (Kriegsberichterstattung, investigativer Journalismus) oder die beginnende Internationalisierung und Globalisierung der Medienlandschaft im Gefolge der Einführung der Telegrafie (Nachrichtenagenturen, Auslandskorrespondenten) und der Anfänge einer kolonialen Presse. Die Übung wird diese in den vergangenen Jahren neu in den Mittelpunkt des wissenschaftlichen Interesses gerückten Aspekte zusammen mit „klassischen“ Themen wie Zensur und Pressfreiheit vornehmlich am Beispiel Deutschlands und Großbritanniens eingehender diskutieren.

Literatur: Frank Bösch: Mediengeschichte. Vom asiatischen Buchdruck zum Fernsehen, Frankfurt-New York 2011, S. 89-142.

Prüfungsform im BA und mod. Lehramt: RE
Prüfungsformen im MA: RE

Anmeldung: bitte per E-Mail an das Sekretariat: 19JH@lrz.uni-muenchen.de
Die Veranstaltung ist bereits vollständig belegt. Sie können sich aber auf die Warteliste setzen lassen.

 

ÜBUNG

Das britische Empire im langen 19. Jahrhundert (1783-1914)
Mittwoch, 14.00 - 16.00 Uhr, K 201

Das 19. Jahrhundert gilt als die Hochphase des britischen Weltreichs, als das „imperiale Jahrhundert“ in der Geschichte des Vereinigten Königreichs. Auf dem Höhepunkt seiner Ausdehnung um 1900 erstreckte sich das britische Empire über ein Viertel der gesamten Welt. Wie kam es zu dieser einzigartigen Zusammenballung von Kolonien unterschiedlichen rechtlichen und politischen Zuschnitts? Welche Ziele und Ideen leiteten die „Erbauer“ des Empires? Wer entschied überhaupt über die Geschicke des Weltreichs: die Staatsmänner und Bürokraten in London oder die Kolonialbeamten, Wissenschaftler und Militärs vor Ort, die so genannten „men on the spot“? Welche „agency“ ist den Kolonisierten zuzusprechen? Historiker haben lange und mit großer Heftigkeit über diese und andere Fragen gestritten. Gerade in den letzten Jahrzehnten hat die Geschichte des britischen Empires einen neuen Aufschwung erfahren und dabei insbesondere von den methodischen Anregungen und Herausforderungen der „postcolonial studies“ profitiert. Die Übung möchte einen Überblick über die Geschichte des britischen Empires und einen Einblick in die Debatten zu diesem zentralen Thema der Geschichte des 19. Jahrhunderts geben.

Literatur: Peter Wende: Das britische Empire. Geschichte eines Weltreichs, München 2008; Sarah Stockwell (Hg.), The British Empire. Themes and Perspectives, Oxford 2008; John Darwin: Das unvollendete Weltreich. Aufstieg und Niedergang des Britischen Empire 1600-1997, Frankfurt-New York 2013.

Prüfungsform im BA und mod. LA: RE
Prüfungsform im GSP: RE
Prüfungsformen im MA: RE
Übungen des BA-Typs "Theorie und Methode" entsprechen den Anforderungen der LPO I § 71 (1) Nr. 2 c bzw. der neuen LPO I § 67 Nr. 2 d

Anmeldung: bitte per E-Mail an das Sekretariat: 19JH@lrz.uni-muenchen.de
Die Veranstaltung ist bereits vollständig belegt. Sie können sich auf die Warteliste setzen lassen. Diese ist aber bereits sehr lang.