Neueste Geschichte und Zeitgeschichte
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Jan Neubauer, M.A.

Jan Neubauer, M.A.

Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt "Die Münchner Stadtverwaltung im NS", Teilprojekt " Die Stadt als Arbeitsplatz. Kommunale Personalpolitik in der 'Hauptstadt der Bewegung'"

Kontakt

Postanschrift:
Historisches Seminar der LMU
Abteilung Neueste Geschichte und Zeitgeschichte
Geschwister-Scholl-Platz 1
80539 München

Besucheranschrift:
Historisches Seminar
Schellingstr. 12

Raum: 522
Telefon: 089/2180-5577
Fax: 089/2180-2862

Weitere Informationen

Kurzvita:

  • Seit Januar 2016: Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Seminar der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU)
  • 2013-2015: Freier Mitarbeiter der Pädagogischen Abteilung der Gedenkstätte Buchenwald
  • September 2015: Master of Arts der Friedrich-Schiller-Universität Jena mit der Arbeit „Bayard Rustin, Civil Rights und der Holocaust - Rezeption und Inanspruchnahme des Holocausts in der afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung nach 1945“
  • 2012-2015: Studium der „Geschichte und Politik des 20. Jahrhunderts“ an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und an der University of Maryland, College Park
  • 2007-2011: Studium der Geschichte und Deutschen Sprache und Literatur an Universität zu Köln (Bachelor of Arts)
  • Stipendiat in der Grundförderung der Friedrich-Ebert-Stiftung
  • Stipendiat der Fulbright-Kommission an der University of Maryland, College Park

Veröffentlichungen:

Laufende Forschungen (Dissertation):

Das Projekt sucht die nationalsozialistische Personalpolitik als besonderes Herrschaftsinstrument der Stadt München genauer zu fassen. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der „Hauptstadt der Bewegung“ stellten sicher, dass die Münchner Stadtverwaltung und die kommunalen Dienstleistungen im Sinne der nationalsozialistischen Machthaber funktionierten. Im Blick stehen Maßnahmen zur Disziplinierung, Ideologisierung und Loyalitätssicherung der aus der Zeit der Weimarer Republik übernommenen städtischen Arbeitnehmerschaft, die Entlassung von unerwünschten Personen und die Rekrutierung und Ausbildung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Welche Aufstiegs- und Karrieremöglichkeiten eröffnete etwa das nationalsozialistische München den Arbeitnehmern der Stadt? Wie gestaltete sich deren ideologische Schulung? Zu untersuchen ist hierbei auch, wie sich die Lebens- und Arbeitswelt der städtischen Arbeitnehmer durch die nationalsozialistische Machtübernahme veränderte. Dies schließt die Auswirkungen staatlicher Gehalts- und Arbeitszeitpolitik genauso ein wie die Vermittlung und Aushandlung von diesen und anderen Arbeitnehmerinteressen. Welche schlichtende oder intervenierende Rolle spielten dabei nationalsozialistische Organisationen wie die Deutsche Arbeitsfront (DAF), die Nationalsozialistische Betriebszellenorganisation (NSBO) oder die NSDAP selbst?

Gleichzeitig lud die NS-Führung das Bedeutungsfeld des Arbeitsplatzes ideologisch auf und nutzte diesen für die Inklusion der Kommunalbeamten und der städtischen Arbeiterschaft in die angestrebte „Volksgemeinschaft“. Ein Gesichtspunkt dieser Politik ist die Frage, welches sinnstiftendes Selbstbild der Nationalsozialismus den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt München ermöglichte? Diese Entwicklungen gingen mit dem systematischen Ausschluss von durch den NS-Staat als „gemeinschaftsfremd“ definierten Menschen einher.

Ein geschlechterspezifischer Blick auf das städtische Personal erlaubt es, das Spannungsfeld zwischen Ideologie und pragmatischer Personalpolitik über die zwölf Jahre der NS-Herrschaft genauer zu fassen. Dies verweist darauf, dass den Auswirkungen des Krieges auf die kommunale Personalpolitik eine zentrale Rolle im Projekt zukommen wird. Denn gerade durch den Personalmangel nach Kriegsausbruch konnten sich neue Arbeits- und Aufstiegsmöglichkeiten für in München verbleibende städtische Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen eröffnen. Die „Stadt als Arbeitsplatz“ umfasst auch das heterogene Thema der unfreiwilligen und unfreien Arbeit für die Stadt. Hier offenbart sich ein weites Feld mit divergierenden Formen von Zwang und Gewalt. Dies schließt den Einsatz des Reichsarbeitsdienstes (RAD) und der Dienstverpflichtung im Krieg genauso ein wie die Heranziehung von in- und ausländischen Zwangsarbeitern.