Neueste Geschichte und Zeitgeschichte
print


Navigationspfad


Inhaltsbereich

Lehrveranstaltungsarten im Magister- und Lehramtsstudium

Detail der Historicumsfassade (LMU, bearb MSchmidt)
Die Lehrveranstaltungen am Historischen Seminar (bzw. an der Universität insgesamt) unterscheiden sich stark von den Unterrichtsveranstaltungen, die Ihnen aus der Schule vertraut sind. Zudem gibt es verschiedene Formen von Lehrveranstaltungen, die jeweils spezifischen Zwecken dienen und unterschiedliche Anforderungen an Ihr Engagement stellen. Damit Sie wissen, welche Veranstaltungsformen für Sie geeignet sind und was in einer Vorlesung oder einem Proseminar auf Sie zukommt, werden auf dieser Seite die wichtigsten Lehrveranstaltungsformen vorgestellt.

Das Magisterstudium der Neueren und Neuesten Geschichte, das Lehramtsstudium der Geschichte und das BA-Wahlfach bauen bislang auf sechs unterschiedlichen Formen von Lehrveranstaltungen auf. Dazu zählen:

Die einzelnen Veranstaltungstypen verfolgen dabei unterschiedliche Ziele und richten sich an unterschiedliche Teilnehmerkreise. Auch die Anforderungen für den Besuch der Veranstaltungen sind nicht immer die gleichen.

nach oben

1. Vorlesungen:

Vorlesungen sind Vorträge, die Professoren oder Privatdozenten in wöchentlicher Folge halten, um den Teilnehmern einen breiten Überblick über ein Zeitalter oder eine umfassendere Thematik zu vermitteln.

Sie sind besonders geeignet, um rasch und unkompliziert grundlegende Informationen zu dem Vorlesungsthema zu erlangen. Referate, Hausarbeiten und andere Leistungen müssen für den Besuch einer Vorlesung nicht erbracht werden. Um den Stoff angemessen zu verarbeiten, ist es gleichwohl oft sinnvoll, die Vorlesung durch die Lektüre der vom Dozenten vorgeschlagenen Literatur zu vertiefen.

Vorlesungen werden folglich von Studierenden aller Fachsemester besucht, um sich Epochen und Themen zu erschließen. Studierende im Grundstudium (Magister-Hauptfach und Lehramt) legen außerdem im dritten/vierten Semester die Zwischenprüfung in Form einer Klausur ab, die zum Stoff einer zweistündigen Vorlesung angeboten wird. Solche Vorlesungen werden im Kommentierten Vorlesungsverzeichnis (pdf, 370 kB) mit “für die Zwischenprüfung geeignet” ausgewiesen. Der Besuch von Vorlesungen ermöglicht zudem, einen Dozenten kennenzulernen, bei dem man eventuell ein Hauptseminar belegen will.

Ferner empfiehlt sich der Besuch von Vorlesungen insbesondere für Erasmus- und andere Gaststudierende aus dem Ausland, da für Vorlesungen keine schriftlichen Arbeiten verlangt werden. Auch aufwendige Technikkurse, die an den Heimatuniversitäten oftmals nicht verlangt werden, entfallen. Gaststudierende müssen jedoch mit dem Vortragenden verabreden, im Anschluss an die Vorlesung eine mündliche Prüfung von 15 Minuten Dauer abzulegen. Ihnen werden dann für den Besuch der Vorlesung mit Prüfung 4 ECTS-Punkte angerechnet.

nach oben

2. Proseminare:

Proseminare sind eine Veranstaltung des Grundstudiums. Auch sie machen oftmals mit einem breiteren Zeitalter oder einer umfassenderen Thematik vertraut. Doch das Kernziel des Proseminars liegt im Erwerb geschichtswissenschaftlicher Schlüsselqualifikationen und der selbstständigen wissenschaftlichen Arbeit der Studierenden.

Proseminare vermitteln deshalb zum einen die Befähigung, mit wissenschaftlicher Literatur, Quellen und Quelleneditionen kritisch und wissenschaftlich korrekt umzugehen. Zu diesem Zweck ist ein Zeitabschnitt des Proseminars immer für den “Technikkurs” reserviert, in dem u.a. die Methoden der Literaturrecherche (Bibliographieren), der Aufbau und die Form von Referaten oder Hausarbeiten und die wissenschaftlichen Regeln des Zitierens unterrichtet werden. Proseminare werden im Vorlesungsverzeichnis deshalb immer als “Proseminare und damit verbundene Übungen zur Technik des fachbezogenen wissenschaftlichen Arbeitens” angekündigt.

Darüber hinaus setzen die Studierenden die im Technikkurs erworbenen Fähigkeiten unmittelbar in ihrer Arbeit am Seminarthema um: Sie erhalten ein individuelles Arbeitsthema, für das die Forschungsliteratur selbstständig ausgewertet und in Form von Referat und Hausarbeit kritisch abwägend dargestellt werden muss. Neben der Kenntnis der historischen Ereignisse und Sachverhalte kommt dabei der Analyse historischer Zusammenhänge und der Erkenntnis offener Deutungsprobleme eine wesentliche Bedeutung zu.

Proseminare sind die aufwendigste Lehrveranstaltungsform des Grundstudiums. Zu Referat und Hausarbeit kommen weitere schriftliche Seminarleistungen hinzu: Der Grundwissenstest zur Neueren und Neuesten Geschichte wird ebenso im Proseminar geschrieben wie der Englischtest für den Nachweis der ersten modernen Fremdsprache. Proseminare werden zudem mit einer Seminarklausur abgeschlossen, in der sowohl die Kenntnisse aus dem Technikkurs als auch das Wissen zum Seminarthema abgefragt werden. Neben dem erfolgreichen Vortrag des Referates, dem Bestehen der Seminarklausur und der Hausarbeit sind regelmäßige und aktive Teilnahme an den Sitzungen eine weitere Voraussetzung zum Bestehen des Proseminars. Der Grundwissens- und der Sprachtest können hingegen in anderen Seminaren wiederholt werden.

nach oben

3. Hauptseminare:

Hauptseminare sind Studierenden im Hauptstudium vorbehalten. Der thematische Fokus ist oftmals enger als bei Proseminaren, die Seminarthematik wird dafür noch differenzierter behandelt. Die Kenntnisse aus dem Proseminar, insbesondere die Technik-Kenntnisse, werden als bekannt vorausgesetzt! Der Technikkurs selbst entfällt daher im Hauptseminar, während Referat und Hausarbeit umfangreicher und inhaltlich vertieft gegenüber den entsprechenden Leistungen im Proseminar ausfallen.

Häufig ist der Seminarleiter den Seminarteilnehmern aus Vorlesungen oder Übungen bekannt. Hauptseminare werden zudem gern bereits im Hinblick auf den Studienabschluss besucht, denn aus der fürs Hauptseminar verfassten Hausarbeit ergeben sich häufig Anregungen für eine zukünftige Abschlussarbeit. Außerdem betrachten es viele Studierende, die vor den Prüfungen stehen, als hilfreich, wenn ihnen der Korrektor der Abschlussarbeit bzw. Prüfer in der mündlichen Prüfung bereits als Hauptseminarleiter bekannt ist.

nach oben

4. Übungen:

Übungen bilden die offenste Lehrveranstaltungsform am Historischen Seminar und können ganz unterschiedliche Funktionen haben: Manche Übungen vermitteln Überblickskenntnisse über eine Epoche, andere haben die Einführung in eine sehr spezielle Thematik zum Ziel oder dienen der Nachbereitung einer Vorlesung oder eines Seminars. Es gibt Übungen zu Methoden und Theorien, Darstellungsformen, zur Quellenlektüre, über das Wissen benachbarter Disziplinen, über mehrere Facetten eines Zeitalter oder ein spezielles Arbeitsfeld aus dieser Periode.

Übungen werden daher wie Vorlesungen von Studierenden aller Semester besucht. Allerdings sollten sie erst nach dem Bestehen eines Proseminars besucht werden, da die Technikkenntnisse aus dem Proseminar vorausgesetzt werden. In der Regel wird von den Teilnehmern regelmäßige Seminarlektüre und eine Art Kurzreferat sowie rege Partizipation an den Seminardiskussionen verlangt. Doch je nach Thema können auch andere Leistungen gefragt sein: Hausarbeiten vom Umfang einer Pro- oder Hauptseminararbeit werden jedoch nicht verlangt.

Dies macht Übungen für Erasmus- und andere Gaststudierende aus dem Ausland zu einer sehr gut geeigneten, mit 4 ECTS-Punkten bewerteten Lehrveranstaltungsform. Sie können mit dem Dozenten zudem vereinbaren, eine schriftliche Arbeit zum Abschluss der Übung zu verfassen, und erhalten dann sogar 6 ECTS-Punkte.

nach oben

5. Tutorien:

Auf Wunsch der Studierendenvertretungen und Beschluss des Historischen Seminars werden aus den Mitteln der Studienbeiträge seit kurzem Tutorien finanziert, die meist von Studierenden höherer Semester geleitet werden. Es gibt sie als Grundstudiums- und als Fortgeschrittenen-Tutorien.

Grundstudiumstutorien dienen insbesondere dazu, Probleme zu lösen, wie sie sich z.B. aus dem Stoff des Technik-Kurses oder dem Verfassen von Referat und Hausarbeit ergeben können. Zudem erleichtern sie den Erfahrungsaustausch unter den Studierenden und befassen sich aus studentischer Sicht mit Auslandsstudium und Zwischenprüfungen.

Fortgeschrittenen-Tutorien bereiten noch spezifischer auf die Abschlussarbeit, z.B. auf die Arbeit in Archiven, und auf die Examensprüfungen vor. Der Besuch ist freiwillig und steht allen Interessierten in Grund- bzw. Hauptstudium offen.

nach oben

6. Oberseminare und Kolloquien:

Studierende höherer Semester, Examenskandidaten und Doktoranden nehmen auch an Oberseminaren und Kolloquien teil. In diesen Lehrveranstaltungen stellen sie oft ihre laufenden Examensarbeiten, Dissertationsvorhaben oder sonstigen Forschungsarbeiten vor. Die Lektüre und Diskussion aktueller Forschungsliteratur ist ein weiterer Bestandteil vieler Oberseminare. Auch Gastvorträge finden oft im Rahmen solcher Veranstaltungen statt. Für die Teilnahme an manchen Kolloquien ist eine persönliche Einladung erforderlich, andere stehen allen Interessierten im Haupt- oder Promotionsstudium offen. Wer an einem Oberseminar oder Kolloquium teilnehmen kann, ist im Kommentierten Vorlesungsverzeichnis (pdf, 2,2 MB) angegeben.

nach oben

Selbststudium und Studienanforderungen:

Historicum Bibliothek (Bild dustpuppy/flickr, bearb MSchmidt)Abgesehen von dem Besuch dieser verschiedenen Veranstaltungstypen ist das Selbststudium durch kontinuierliches vertiefendes Lesen und Nachschlagen ein tragender Pfeiler des Geschichtsstudiums. Sprachkenntnisse müssen zudem oft außerhalb des Seminars, also etwa in den philologischen Fächern erworben und überprüft werden. Welche und wie viele Lehrveranstaltungen Studierende besuchen müssen, ist in den Studienordnungen für den jeweiligen Studiengang und die einzelnen Fächer geregelt. Für das Historische Seminar sind diese Regelungen insbesondere im “Leitfaden für das Studium der Geschichte” (pdf, 609 kB) aufgeführt und detailliert erläutert.

 

WEITERFÜHRENDE LINKS

Anmeldung zu den Seminaren

Verantwortlich für den Inhalt: Martin Schmidt