Neueste Geschichte und Zeitgeschichte
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Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2011

Sitzungstermine, Räume und Zeiten entnehmen Sie bitte dem tagesaktuellen LSF!

 

Vorlesungen

Prof. Dr. Carlos Collado Seidel

Geschichte Spaniens 1939-1986

Auch für die Zwischenprüfung im Magister- und alten Lehramtsstudiengang geeignet.

Wahlen Toledo 1977 (C: Magica, wikimedia, bearb. MSchmidt)In der Zeit zwischen dem Ende des Spanischen Bürgerkrieges im Jahr 1939 und dem Beitritt des Landes zur EWG Anfang 1986 liegen sprichwörtlich Welten. Während sich die spanische Gesellschaft mit Beginn der Franco-Diktatur in eine Welt zurückgeworfen sah, die in all ihren Konsequenzen an die Zeit der Katholischen Könige, in der „Glaube und Nation" als unauflöslich verbunden galten, anzuknüpfen suchte und die Moderne als unspanisch und perniziös geißelte, befand sich diese Gesellschaft fünfzig Jahre später in einem rasanten gesellschaftlichen Wandlungsprozess innerhalb einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung und machte sich auf, in jeder Hinsicht Anschluss an Europa zu finden. Im Rahmen der Vorlesung soll dieser Wandel unter Berücksichtigung der innen- wie außenpolitischen Kräfte, die ihn beeinflussten, analysiert werden. Darüber hinaus soll die politische, soziale und ökonomische Entwicklung in einen europäischen Zusammenhang gestellt und dabei die These des „spanischen Sonderweges" in die Moderne hinterfragt werden.

Prüfungsformen im BA und im modularisierten Lehramt: KL

Literatur zur thematischen Einführung: Walther L. Bernecker: Spaniens Geschichte seit dem Bürgerkrieg, München 42010; Walther L. Bernecker / Carlos Collado Seidel (Hrsg.): Spanien nach Franco. Der Übergang von der Diktatur zur Demokratie 1975-1982. München: Oldenbourg, 1993 (= Schriftenreihe der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, 67).

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Vertiefungskurse (Hauptseminare)

Prof. Dr. Carlos Collado Seidel

Radikaler Nationalismus im Europa der Zwischenkriegszeit (1918-1939)


Marsch auf Rom (Wikimedia)Die europäische Staatenwelt der Zwischenkriegszeit wird nachhaltig durch radikale nationalistische Bewegungen geprägt, die in der Folge des Zusammenbruchs der politischen Ordnung des langen 19. Jahrhunderts an Dynamik gewinnen und vor dem Spiegel der Auseinandersetzung der großen ideologischen Blöcke schließlich in die Katastrophe des Zweiten Weltkriegs führen. Bei aller Singularität historischer Prozesse einzelner Länder, die auf spezifische historische Wurzeln sowie politische und soziale Rahmenbedingungen zurückgehen, können hierbei auch gemeinsame Merkmale und Parallelen in einer Entwicklung ausgemacht werden, die in unterschiedlicher Dominanz den gesamten Kontinent erfasste. So soll im Rahmen des Seminars auf der Grundlage aktueller Forschungsergebnisse und geschichtswissenschaftlicher Kontroversen danach gefragt werden, welche Gemeinsamkeiten den radikalen Nationalismus in diesen Jahren auszeichneten, wie sich die verschiedenen Bewegungen voneinander abgrenzen lassen und wie sich demgegenüber die bestandenen politischen Systeme und Gesellschaften positionierten.

Prüfungsformen im BA und im modularisierten Lehramt: RE, KL, HA

Anmeldung im Sekretariat des Lehrstuhls, Zi. 125 (bitte, soweit schon vorhanden, Zwischenprüfungszeugnis oder Scheine mitbringen bzw. nachreichen).

Literatur zur thematischen Einführung: Philip Morgan: Fascism in Europe 1919-1945. London 2002; Horst Möller: Europa zwischen den Weltkriegen. München 1998, ²2000 (= Oldenbourg Grundriss der Geschichte, 21); Gunther Mai: Europa 1918-1939. Mentalitäten, Lebensweisen, Politik zwischen den Weltkriegen, Stuttgart 2001.

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Basiskurse (Proseminare)

Dr. des. Martin Schmidt

Das britische Empire 1850-1969 in globalhistorischer Perspektive


Werbung mit dem Empire (McVities)Das britische Empire hat die außereuropäische Welt nachhaltig geprägt: So wurden von Großbritannien aus Rechts- und Verwaltungsstrukturen, Bildungs- und religiöse Institutionen, politische Ideen, Sportarten und nicht zuletzt die englische Sprache in die ganze Welt exportiert. Industrie und Landwirtschaft der betroffenen Regionen wurden weithin auf die Bedürfnisse der Zentralmacht eingenordet. Nicht alle Aspekte der imperialen Macht entsprechen jedoch dem Schema, das eine weisunggebende Zentrale auf der einen Seite und eine fremdgesteuerte Peripherie auf der anderen Seite erkennen will: Lokale Strukturen und Dynamiken wurden nicht immer rücksichtslos ausgelöscht, sondern vielfach sogar als Machtressource ins Reich integriert. In den Einführungssitzungen des Seminars werden die politischen und sozioökonomischen Verhältnisse im spätviktorianischen und modernen Großbritannien knapp umrissen (Hochindustrialisierung, Demokratisierung, soziale Frage, sozioökonomische Krisen). Daran anschließend werden die Ursprünge und Strukturen des Kolonialreichs erörtert und die politischen Entwicklungen im Zeitalter des Imperialismus thematisiert. Im dritten Teil werden globalgeschichtliche Aspekte der britischen Kolonialherrschaft diskutiert, wobei besonders die Umweltgeschichte, die Verwissenschaftlichung und Rationalisierung von Politik und Verwaltung sowie Nationalismus und Staatsbildung ins Visier genommen werden. Zuletzt wird der Auflösungsprozess des Empires nach 1945 nachgezeichnet. Die verwendeten Quellen und Darstellungen sind englischsprachig.

Prüfungsformen im BA und im mod. Lehramt: KL, RE, HA

Literatur zur Einführung: Bernard Porter: The Lion's Share. A Short History of British Imperialism, 1850-1995. 4. Aufl., London 2004; Oxford History of the British Empire. Bde. 3 und 4, hg. v. William Roger Louis, Alaine Low und Andrew Porter (III) bzw. Judith M. Brown (IV). Oxford 2001.

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Übungen

Prof. Dr. Carlos Collado Seidel

Zur Typisierung des Franco-Regimes

Übung (Quellen und Forschung)

Zur Charakterisierung des Franco-Regimes ist eine große Bandbreite an Bezeichnungen im Umlauf. Bereits in den Tagen des Bürgerkriegs etablierte sich die Zuschreibung als „faschistisches Regime". Diese hat sich nicht nur im allgemeinen Sprachgebrauch erhalten, sondern findet auch in aktuellen wissenschaftlichen Untersuchungen immer wieder aufs Neue Verwendung. Hiervon abgesehen werden häufig aber ganz genauso Begriffe wie „Militärdiktatur" oder „nationalkatholisches Regime" herangezogen. Auf die Herrschaftsausübung bezogen reicht wiederum die Bandbreite von „autoritärem Regime" und „Despotie" bis hin zu „totalitärem Regime". Diese Vielzahl an divergierenden Charakterisierungen verweist bereits darauf, dass eine eindeutige Zuschreibung nicht einfach zu sein scheint.

Im Rahmen des Seminars soll anhand von zentralen Quellen und Forschungskontroversen unter besonderer Berücksichtigung der heterogenen Familien, aus denen sich die Führungsriege des Regimes rekrutierte, die wiederum teilweise grundverschiedene Gesellschaftsmodelle verfolgten und vor dem Hintergrund eines sich wandelnden politischen, sozialen und ideologischen Umfelds in Europa um Einfluss rangen, unterschiedliche Deutungen des Franco-Regimes beleuchtet werden.

Prüfungsform im BA und im modularisierten Lehramt: RE

Literatur zur thematischen Einführung: Walther L. Bernecker: Spaniens Geschichte seit dem Bürgerkrieg, München 42010; Juan José Linz: Totalitarian and Authoritarian Regimes. Boulder 2000.

 

Dr. des. Martin Schmidt

Von der Diskursanalyse zur Biopolitik: Foucault für Historiker

Übung (Theorie und Methode)
Die Übung entspricht den Anforderungen der alten LPO I § 71 (1) Nr. 2c bzw. der neuen LPO I § 67 Nr. 2d

Plan für ein Gefängnis in Anlehnung ans Panopticon-Prinzip (McNair 1880s)Michel Foucault gilt als einer der inspirierendsten Denker der Moderne, dessen Werke neben den Literatur- und Kunstwissenschaften auch die Soziologie und Politikwissenschaften beeinflussen. In neuerer Zeit ist auch die Diskussion über Gegenstand und Methode in den Geschichtswissenschaften intensiv von der Auseinandersetzung mit Foucault geprägt worden, sodass sein Werk bei Historikern inzwischen ebenfalls "Klassikerstatus" (Klaus Große Kracht) für sich reklamiert. Allerdings ist das von Foucault entworfene Forschungsinstrumentarium keineswegs leicht zu greifen. Mehrfache Modifikationen seiner Methodologie, eine bisweilen esoterische Begrifflichkeit und eine äußerst kontroverse Agenda kulturkritischer, politischer und philosophischer Zielsetzungen haben viel dazu beigetragen, die Rezeption seines Werkes zu verzögern. Die Übung möchte deshalb einen Überblick über die wichtigsten Forschungsangebote und -strategien Foucaults geben und erörtert daher die wichtigsten Aspekte des Foucaultschen Schaffens von der „Kritik", „Diskursanalyse" und „Genealogie" bis zur „Gouvernementalität", „Biopolitik" und „Ethik". Darüber hinaus werden neuere historische Forschungsarbeiten diskutiert, in denen Foucaults Methodologie zur Anwendung kommt.

Prüfungsform für BA und mod. Lehramt: RE

Anmeldung bitte per E-Mail schicken an Martin.Schmidt@lrz.uni-muenchen.de E-Mail (bitte Studiengang [MA, BA, altes/neues LA], Haupt- und Nebenfächer, Semesterzahl in Geschichte angeben; und bei MA/altes LA bitte mitteilen, ob Bedarf besteht, einen Schein zu erwerben oder nicht)

Onlinematerialien abrufbar im LSF (Download nur mit Campus-Kennung)

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Oberseminare

Prof. Dr. Carlos Collado Seidel

Forschungskolloquium


In dem Oberseminar sollen laufende Forschungsarbeiten, insbesondere zur Geschichte Spaniens und Italiens, vorgestellt und besprochen werden. Darüber hinaus sollen eingeladene Referenten Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte geben. Das Seminar steht allen fortgeschrittenen Studierenden offen.