Neueste Geschichte und Zeitgeschichte
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Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2013

Vorlesung (Einführung/Vertiefung) in den modularisierten Studiengängen (Bachelor, Lehramt)
       Vorlesung in den alten Magister- und Lehramtsstudiengängen (für die Zwischenprüfung geeignet)


Sylvia Kesper-Biermann
Föderative Nation. Deutsche Staatenwelt im europäischen Kontext 1800-1870

Karikatur auf die Profiteure der Napoleonischen HerrschaftDie Vorlesung gibt einen Überblick über die deutsche Geschichte vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gründung des Kaiserreiches. Neben Entwicklungen in Politik und Wirtschaft geht es um Veränderungen in Gesellschaft, Kultur und Recht. Angelehnt an das Konzept der "föderativen Nation" (Dieter Langewiesche) steht die Pluralität der deutschen Staatenwelt im Vordergrund. Diese Perspektive wird durch die Einordnung in den europäischen Zusammenhang ergänzt.

Prüfungsform im BA und mod. Lehramt: KL

Literatur: Andreas Fahrmeir: Europa zwischen Restauration, Reform und Revolution 1815-1850, München 2012; Jörg Fisch: Europa zwischen Wachstum und Gleichheit 1850-1914, Stuttgart 2002; Lothar Gall: Europa auf dem Weg in die Moderne 1850-1890, 5. Aufl. München 2008; Thomas Nipperdey: Deutsche Geschichte 1800-1866. Bürgerwelt und starker Staat, München 1998; Hans-Ulrich Wehler: Deutsche Gesellschaftsgeschichte, Bd. 2: Von der Reformära bis zur industriellen und politischen Deutschen Doppelrevolution 1815-1845/48, 4. Aufl. München 2005; Bd. 3: Von der Deutschen Doppelrevolution bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs 1849-1914, 2. Aufl. München 2007.

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Basiskurse in den modularisierten Studiengängen (Bachelor, Lehramt)
        Proseminare in den alten Magister- und Lehramtsstudiengängen

Peter Helmberger
Zwischen Revolution und Reichsgründung: Die deutschen Staaten 1849-1871

Mittwochs, 08:00 bis 11:00 c.t., Amalienstraße 52, Seminarraum 202


Schlacht von DüppelnNach der (gescheiterten) Revolution von 1848/49 galt es für die deutschen Staaten u.a. nach einer (neuen) Form der gemeinsamen Staatlichkeit zu suchen. Auch wenn man hierfür schnell wieder auf den Deutschen Bund zurückgriff, blieb - gerade angesichts von zunehmender wirtschaftlicher Verflechtung und nationalstaatlicher Interessenpolitik - das Thema auf der Tagesordnung. In der preußenfreundlichen, sog. borussischen Geschichtsschreibung lief die Entwicklung wie automatisch auf die Reichsgründung von 1871 zu. Im Seminar sollen dagegen auch alternative Konzepte untersucht und die Interessenlagen einer möglichst großen Gruppe der deutschen Staaten analysiert werden.

In der Veranstaltung wird das Programm 'LMU-Teams' (Informationen: http://www.internetdienste.verwaltung.uni-muenchen.de/lmu_teams/index.html) genutzt werden. Die Teilnehmerinnen und Teil-nehmer sollten daher bitte (sofern noch nicht in früheren Semestern geschehen) ihre campus-Kennung freischalten lassen.

Prüfungsformen im BA und im mod. Lehramt: RE, KL, HA

Prüfungsformen im Master-Nebenfach (His im GSP): KL, RE, HA

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Martin Schmidt
Das Deutsche Reich unter Bismarck (1871-1890)

Dienstags, 17:00 bis 20:00 c.t., Schellingstr. 12, Seminarraum K 226


Bismarck und Wilhelm II.Mit der Reichsgründung 1871 wurde ein Ordnungsrahmen etabliert, der die Debatte um die Neuordnung der deutschen Staatenwelt zu einem vorläufigen Ende brachte. Die gegen zähe Widerstände durchgesetzte "äußere" Einheit musste jedoch zunächst im Inneren auf ein festeres Fundament gestellt, d.h. sowohl institutionell-rechtlich konsolidiert als auch kulturell verankert werden. Widerständige oder indifferente Milieus bildeten dabei ein hartnäckiges Problem. Gleichzeitig stellten die wirtschaftlichen Entwicklungen in der Ära der Hochindustrialisierung und Globalisierung, die Diplomatie im zunehmend disharmonischen Konzert der europäischen Mächte und im Zeitalter des Imperialismus das Kaiserreich vor erhebliche Herausforderungen. Das Seminar erörtert knapp die Gründung des Reichs, wendet sich dann den wirtschaftlichen, sozialen und politischen Grundstrukturen sowie der Außenpolitik und den transnationalen Verflechtungen des Reichs zu und erörtert schließlich die wichtigsten Konfliktfelder und Probleme bis zum Rücktritt Bismarcks 1890.

Prüfungsformen im BA und im mod. Lehramt: RE, KL, HA

Zur Einführung: Ewald Frie, Das Deutsche Kaiserreich, Darmstadt 2004; Sebastian Conrad/Jürgen Osterhammel (Hg.), Das Kaiserreich transnational. Deutschland in der Welt 1871-1914, Göttingen 2004; Beate Althammer: Das Bismarckreich 1871-1918. Paderborn 2009. Zur Arbeitstechnik: Nils Freytag und Wolfgang Piereth: Kursbuch Geschichte. Tipps und Regeln für wissenschaftliches Arbeiten, 5., aktual. Aufl. Paderborn 2011.

Onlinematerialien im LMU-Team "Deutsches Reich unter Bismarck" (Zugang nur mit freigeschalteter Kennung)

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Übungen in den modularisierten Studiengängen (Bachelor, Lehramt)
        Übungen in den alten Magister- und Lehramtsstudiengängen

Sylvia Kesper-Biermann
Übung (Quellen und Forschung): Geschlechtergeschichte

Dienstags, 12:00 bis 14:00 c.t., Amalienstraße 52, Seminarraum K 507


Schaufenster (CC: Nösterud)Seit ihren Anfängen in den 1960er Jahren hat die Frauen- und Geschlechtergeschichte zahlreiche Veränderungen erfahren; sie gehört zu den innovativsten Bereichen der Geschichtswissenschaft. Das Spektrum reicht von der Sichtbarmachung von Frauen in der Geschichte überhaupt über die Untersuchung von historisch wandelbaren Geschlechterrollen bis hin zu kulturwissenschaftlichen Fragestellungen und der Erforschung von Männlichkeiten. In der Übung werden zum einen anhand von Grundlagentexten theoretische und methodische Ansätze sowie Kontroversen der Geschlechtergeschichte vorgestellt. Zum anderen werden zentrale Ergebnisse Werke und Ergebnisse der geschlechtergeschichtlichen Forschung seit den 1960er Jahren diskutiert.

Die Übungen des BA-Typs "Theorie und Methode" entsprechen den Anforderungen der alten LPO I § 71 (1) Nr. 2c bzw. der neuen LPO I § 67 Nr. 2d

Anmeldung zur Übung per E-Mail: 19JH@lrz.uni-muenchen.de

Prüfungsform im BA und im mod. Lehramt: RE

Literatur: Jürgen Martschukat/Olaf Stieglitz: Geschichte der Männlichkeiten, Frankfurt a.M. 2008; Hans Medick/Anne-Charlott Trepp (Hrsg.): Geschlechtergeschichte und Allgemeine Geschichte. Herausforderungen und Perspektiven,Göttingen 1998Claudia Opitz-Belakhal: Geschlechtergeschichte, Frankfurt a. M./New York 2010; Angelika Schaser/Angelika Epple (Hrsg.): Gendering Historiography. Beyond National Canons, Frankfurt a.M. 2009.

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Sylvia Kesper-Biermann
Übung (Vermittlung und Präsentation): Gezeichnete Vergangenheit. Populäre Geschichtsdarstellung im Comic

Donnerstags, 08:00 bis 10:00 c.t., Seminarraum K 202

Längst hat sich der Comic auch in Deutschland vom Ruf als anspruchslose Unterhaltungslektüre für Kinder emanzipiert. Insbesondere seit den 1980er Jahren erscheinen in rascher Folge Bildergeschichten, deren Handlung in der Vergangenheit spielt und die unterschiedliche historische Epochen, Ereignisse und Personen thematisieren. Dazu zählen beispielsweise "Grabenkrieg", "Maus", "300", "Barfuss durch Hiroshima" oder "Haarmann"; zu den Klassikern gehören "Asterix", "Tim und Struppi" oder "Prinz Eisenherz". Die Übung untersucht, wie diese und andere Comics Geschichte für ein breites Publikum darstellen und welche Funktionen der historische Bezug erfüllt. Comics können zudem Auskunft über das Geschichtsbewusstsein ihrer Entstehungszeit geben. Verschiedene Typen von Geschichtscomics, die sich auf unterschiedliche historische Epochen bzw. Ereignisse beziehen, sollen vorgestellt, analysiert und verglichen werden.

Prüfungsform im BA und im mod. Lehramt: RE

Anmeldung zur Übung per E-Mail: 19JH@lrz.uni-muenchen.de

Literatur: Barbara Korte/Sylvia Paletschek (Hrsg.): History Goes Pop. Zur Repräsentation von Geschichte in populären Medien und Genres, Bielefeld 2009; Christine Gundermann: Jenseits von Asterix. Comics im Geschichtsunterricht, Schwalbach/Ts. 2007; Dietrich Grünewald (Hrsg.): Struktur und Geschichte der Comics. Beiträge zur Comicforschung, Bochum 2010.

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Vertiefungskurse in den modularisierten Studiengängen (Bachelor, Lehramt)
      Hauptseminare in den alten Magister- und Lehramtsstudiengängen

Sylvia Kesper-Biermann
Ehre im 19. und frühen 20. Jahrhundert

Mittwochs, 17:00 bis 20:00 c.t., Amalienstr. 52, Seminarraum K 401

PistolenduellEhre und Konflikte um Ehrverletzungen galten lange Zeit als typisch vormoderne Phänomene, die seit dem 19. Jahrhundert zunehmend an Relevanz verloren. In Gegenwartsgesellschaften wird Ehre zwar seit einigen Jahren wieder thematisiert, allerdings meist als anachronistische kulturelle Erscheinung des Mittelmeerraums oder innerhalb von Migrationsgemeinschaften, etwa am Beispiel der "Ehrenmorde". Die neuere geschichtswissenschaftliche Forschung zeigt hingegen, dass sich zwar Funktionen, Ausdrucksformen und Repräsentationen von Ehre im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts veränderten, von einem Bedeutungsverlust aber keine Rede sein kann. Im Gegenteil wird angesichts der Auflösungstendenzen der ständischen Ordnung der sozialen Inszenierungsfunktion von Ehre besondere Wichtigkeit zugemessen und ein Prozess der zunehmenden Verbreitung bestimmter Ehr(verteidigungs)praktiken, eine "Demokratisierung" der Ehre konstatiert. Das Seminar untersucht für das 19. und frühe 20. Jahrhundert Konzepte von Ehre und Schande, wie sie das Recht, aber auch verschiedene gesellschaftlichen Gruppen (z. B. Studenten, Militär) vertraten. Spezifische Ehrvorstellungen wurden zudem mit Frauen, den "Orientalen" oder der Nation verknüpft. Ferner geht es um Praktiken der Ehrverletzung, -verteidigung und –wiederherstellung, beispielsweise Duell, Beleidigungsprozesse und Ehrenstrafen.

Prüfungsformen mod. Lehramt: MP, RE, HA

Anmeldung per E-Mail: 19JH@lrz.uni-muenchen.de

Literatur: Ann Goldberg: Honor, Politics and the Law in Imperial Germany, 1871-1914, New York 2010; Sylvia Kesper-Biermann/Ulrike Ludwig/Alexandra Ortmann (Hrsg.): Ehre und Recht. Ehrkonzepte, Ehrverletzungen und Ehrverteidigungen vom späten Mittelalter bis zur Moderne, Magdeburg 2011; Winfried Speitkamp: Ohrfeige, Duell und Ehrenmord. Eine Geschichte der Ehre, Stuttgart 2010; Ludgera Vogt/Arnold Zingerle (Hrsg.): Ehre. Archaische Momente in der Moderne, Frankfurt a.M. 1994.
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Peter Helmberger
Kolonialismus im 19. Jahrhundert

Dienstags, 14:00 bis 17:00 c.t., Schellingstraße 12, Seminarraum K 226

BismarckburgDer Kolonialismus erreichte im 19. Jahrhundert einen seiner Höhepunkte, wobei auch etliche kleinere (europäische) Staaten eine wichtige Rolle spielten, die heute nur noch begrenzt als frühere Kolonialmächte wahrgenommen werden. Im Seminar werden die Entwicklungen in den verschiedenen Kolonialreichen ebenso thematisiert wie die theoretischen Begründungen des Kolonialismus, seine wirtschaftlichen, sozialen und militärischen Folgen und die Wechselwirkungen zwischen 'Mutterland' und Kolonien.

In der Veranstaltung wird das Programm 'LMU-Teams' (Informationen: http://www.internetdienste.verwaltung.uni-muenchen.de/lmu_teams/index.html) genutzt werden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmern sollten daher bitte (sofern noch nicht in früheren Semestern geschehen) ihre campus-Kennung freischalten lassen. Die Themenvergabe erfolgt in der 1. Sitzung (16.4.2013).

Prüfungsformen im BA und im mod. Lehramt: RE, KL, HA
Hinweis: Herr Helmberger nimmt keine Zulassungsarbeiten und Staatsexamenssprüfungen ab!

Anmeldung per E-Mail: 19JH@lrz.uni-muenchen.de

Jürgen Osterhammel / Jan C. Jansen: Kolonialismus. Geschichte, Formen, Folgen, 7., vollständig überarb. u. akt. Aufl. München 2012. Ludolf Pelizaeus: Der Kolonialismus. Geschichte der europäischen Expansion, Wiesbaden 2008. Wolfgang Reinhard: Kleine Geschichte des Kolonialismus. 2. Aufl. Stuttgart 2008.