Neueste Geschichte und Zeitgeschichte
print


Navigationspfad


Inhaltsbereich

Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2012/13
Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte
(Vertretung: Prof. Dr. Kesper-Biermann)

 

Vorlesung in den modularisierten Studiengängen (Bachelor, Lehramt)
        Vorlesung in den alten Magister- und Lehramtsstudiengängen
        (für die Zwischenprüfung geeignet)

Sylvia Kesper-Biermann
Bildung und Erziehung im langen 19. Jahrhundert

Di., 14.00 – 16.00 Uhr, M 218

Das 19. Jahrhundert wird als „Jahrhundert der Bildung“ bezeichnet. Steigende Alphabetisierungsraten, der Ausbau und die Differenzierung des Schulwesens sowie die Entwicklung pädagogischer Konzepte und Methoden weisen ebenso darauf hin wie politische und gesellschaftliche Auseinandersetzungen über erwünschte Kenntnisse, Verhaltensweisen und Orientierungen zukünftiger Kirchenglieder, Gemeinde- und Staatsbürger. Die Vorlesung gibt einen Überblick über Ideen und Praktiken, Inhalte, Motive und Ziele sowie Räume und Institutionen von Erziehung und Bildung zwischen 1800 und 1918. Im Mittelpunkt stehen Familie und Schule, aber auch Militär, Kirche, Museen und Vereine kommen in den Blick. Die Entwicklung in Deutschland wird in den europäischen Kontext eingeordnet und im Hinblick auf Transfer- und Abgrenzungsprozesse betrachtet.

Literatur:

Handbuch der deutschen Bildungsgeschichte, Bd. 3: 1800-1870. Von der Neugründung Deutschlands bis zur Gründung des Deutschen Reiches, hrsg. v. Karl-Ernst Jeismann und Peter Lundgreen, München 1987. Handbuch der deutschen Bildungsgeschichte, Bd. 4: 1870-1918. Von der Reichsgründung bis zum Ende des Ersten Weltkrieges, hrsg. v. Christa Berg, München 1991. Hans-Christof Kraus: Kultur, Bildung und Wissenschaft im 19. Jahrhundert, München 2008 (Enzyklopädie deutscher Geschichte, 82). Heinz-Elmar Tenorth: Geschichte der Erziehung. Einführung in die Grundzüge ihrer neuzeitlichen Entwicklung, 5. Aufl. Weinheim/München 2010.

 

nach oben

Basiskurse in den modularisierten Studiengängen (Bachelor, Lehramt)
        Proseminare in den alten Magister- und Lehramtsstudiengängen

Peter Helmberger
Die Revolution von 1848/49 in europäischer Perspektive

Di., 8.00-11.00 Uhr, Raum: 201

Frankfurter Nationalversammlung (Bild: Wikipedia, gemeinfrei)Die Revolution von 1848/49 zählt zu den Schlüsselereignissen der deutschen und europäischen Geschichte. In der Veranstaltung sollen fünf Schwerpunkte besonders thematisiert werden: Entstehung und Ursachen; Verlauf, Folgen der Revolution, die revolutionären Ereignisse im europäischen Vergleich und die (historische) Auseinandersetzung und Erinnerung von '1848/49'.

In der Veranstaltung wird das Programm 'LMU-Teams' (Informationen: http://www.internetdienste.verwaltung.uni-muenchen.de/lmu_teams/index.html) genutzt werden. Die Teilnehmerinnen und Teil-nehmer sollten daher bitte (sofern noch nicht in früheren Semestern geschehen) ihre campus-Kennung freischalten lassen.

Prüfungsformen im BA und im mod. Lehramt: RE, KL, HA

Literatur:

Frank Engehausen: Die Revolution von 1848/49 (= Seminarbuch Geschichte), Stuttgart 2007. Eva Maria Werner: Kleine Geschichte der deutschen Revolution von 1848/49 (= UTB; 3219), Wien 2009. Wolfram Siemann: 1848/49 in Deutschland und Europa. Ereignis - Bewältigung - Erinnerung, Paderborn 2006. Für die Technikübung: Nils Freytag / Wolfgang Piereth: Kursbuch Geschichte. Tipps und Regeln für wissenschaftliches Arbeiten, 5., aktual. Aufl. Paderborn 2011.

 

nach oben

Übungen in den modularisierten Studiengängen (Bachelor, Lehramt)
        Übungen in den alten Magister- und Lehramtsstudiengängen

Lektürekurs für Freiwillige und Studierende in den alten Studiengängen (keine ECTS-ausgepunktete Lehrveranstaltung!)

Sylvia Kesper-Biermann
Forschungen zum langen 19. Jahrhundert. Lektürekurs

Mi., 8.30 – 10.00 Uhr, K 022 (14-tägig)

In der als Lektürekurs angelegten Übung werden anhand von Grundlagentexten zentrale Forschungsansätze und Forschungskontroversen zum langen 19. Jahrhundert in Deutschland und Europa diskutiert. Die Veranstaltung richtet sich an Staatsexamenskandidaten in der Prüfungsvorbereitung.

Literatur:

Elisabeth Fehrenbach: Vom Ancien Régime zum Wiener Kongress, 5. Aufl. München 2008 (Oldenbourg Grundriss der Geschichte, 12). Dieter Langewiesche: Europa zwischen Reform und Revolution 1815-1849, 5. Aufl. München 2007 (Oldenbourg Grundriss der Geschichte, 13). Lothar Gall: Europa auf dem Weg in die Moderne 1850-1890, 5. Aufl. München 2009 (Oldenbourg Grundriss der Geschichte, 14). Gregor Schöllgen/Friedrich Kießling: Das Zeitalter des Imperialismus, 5. Aufl. München 2009 (Oldenbourg Grundriss der Geschichte, 15).

Anmeldung ab sofort per Email an: 19Jh@lrz.uni-muenchen.de

 

Übung (Quellen & Forschung):

Peter Helmberger
Der Deutsche Bund (1815-1866)

Frankfurter Fürstentag (Bild: Wikipedia, gemeinfrei)Der Deutsche Bund hat in der (historischen) Auseinandersetzung und Erinnerung häufig einen schweren Stand. Nicht selten wird er als merkwürdiges (oder auch untaugliches) Konstrukt in einem zunehmend nationalstaatlich geprägten Umfeld wahrgenommen. In der Veranstaltung sollen die Ursachen und die Entstehung des Bundes, seine institutionelle Ausprägung, sein Verhalten und Vorgehen bei innen- und außenpolitischen Konflikten und die Analyse seiner Existenz durch die Zeitgenossen und späteren Generationen thematisiert werden.

In der Veranstaltung wird das Programm 'LMU-Teams' (Informationen: http://www.internetdienste.verwaltung.uni-muenchen.de/lmu_teams/index.html) genutzt werden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmern sollten daher bitte (sofern noch nicht in früheren Semestern geschehen) ihre campus-Kennung freischalten lassen.

Anmeldung zur Übung bitte ab sofort per E-Mail: peter.helmberger@lmu.de
Prüfungsform im BA und im mod. Lehramt: RE

Literatur:

Wolf D. Gruner: Der Deutsche Bund 1815-1866, München 2012. Jürgen Müller: Der Deutsche Bund 1815-1866 (= Enzyklopädie deutscher Geschichte; Bd. 78), München 2006, Wolfram Siemann: Vom Staatenbund zum Nationalstaat. Deutschland 1806-1871, München 1995. (v.a. für Studierende in den ersten Semestern): Nils Freytag / Wolfgang Piereth: Kursbuch Geschichte. Tipps und Regeln für wissenschaftliches Arbeiten, 5., aktual. Aufl. Paderborn 2011.

 

nach oben

Vertiefungskurse in den modularisierten Studiengängen (Bachelor, Lehramt)
        Hauptseminare in den alten Magister- und Lehramtsstudiengängen

Sylvia Kesper-Biermann
Das Kaiserreich transnational

Mo., 17.00 - 20.00 Uhr, K 201

Das letzte Drittel des 19. Jahrhunderts gilt als Phase beschleunigter Globalisierung. Die weltweiten Verflechtungen in Bereichen wie Wirtschaft, Politik, Kultur und Gesellschaft nahmen zu; Weltausstellungen, Weltzeit, Welthandel und Weltpolitik lauten nur einige der zeitgenössischen Schlagworte. Im Seminar geht es zum einen um die Rolle Deutschlands in den transnationalen Interaktionsprozessen von der Nationalstaatsgründung 1871 bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges. Zum anderen werden deren Wechselwirkungen mit den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen des Kaiserreichs behandelt. Schließlich soll der Frage nachgegangen werden, wie „die Welt“ Wahrnehmungen, Erfahrungen und Alltagsleben der Menschen beeinflusste.

Literatur:

Sebastian Conrad/Jürgen Osterhammel (Hrsg.): Das Kaiserreich transnational. Deutschland in der Welt 1871-1914, 2. Aufl. Göttingen 2006. Sven Oliver Müller/Cornelius Torp (Hrsg.): Das deutsche Kaiserreich in der Kontroverse, Göttingen 2009. Jürgen Osterhammel: Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts, München 2009. Margrit Pernau: Transnationale Geschichte, Göttingen 2011.

Anmeldung ab sofort per Email an: 19Jh@lrz.uni-muenchen.de

 

Sylvia Kesper-Biermann
Serienmord und Strafjustiz im Vormärz: Der Fall Gesche Gottfried

Di., 18.00 – 21.00 Uhr, K 026

Gesche Gottfried (Bild: Wikipedia, gemeinfrei)Die Bremerin Gesche Gottfried soll zwischen 1813 und 1828 insgesamt 15 Menschen, darunter ihre Eltern, Kinder und Ehemänner, getötet sowie mindestens 19 weiteren Gift verabreicht haben. Sie wurde zum Tode verurteilt und im April 1831 öffentlich hingerichtet. Der Fall gehört zu den spektakulärsten Kriminalprozessen der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und fasziniert bis in die Gegenwart, was zahlreiche Bearbeitungen in Literatur und Comic sowie für Theater, Film und Fernsehen zeigen.

Ausgehend von diesem Beispiel behandelt das Seminar vier zentrale Aspekte der Strafrechts- und Kriminalitätsgeschichte des frühen 19. Jahrhunderts: Es geht zum einen um den Übergang von der frühneuzeitlichen zur modernen Strafrechtsordnung, zum anderen um den Wandel von Strafen und Strafvollzug, ferner um die kriminologische Beschäftigung mit Täterinnen und Tätern sowie schließlich in geschlechtergeschichtlicher Perspektive um Delinquenz und Weiblichkeitsnormen.

Literatur:

Richard Evans: Rituale der Vergeltung. Die Todesstrafe in der deutschen Geschichte 1532-1987, Hamburg 2001. Peer Meter: Gesche Gottfried. Eine Bremer Tragödie, Bremen 2010. Karsten Uhl: Das "verbrecherische Weib". Geschlecht, Verbrechen und Strafen im kriminologischen Diskurs 1800-1945, Münster  u.a. 2003. Thomas Vormbaum: Einführung in die moderne Strafrechtsgeschichte, 2. Aufl. Berlin/Heidelberg 2010.

Anmeldung ab sofort per Email an: 19Jh@lrz.uni-muenchen.de

 

Die Lehrveranstaltungen von Dr. Martin Schmidt finden im Wintersemester 2012/13 im Teilfach Geschichte der Frühen Neuzeit statt.