Neueste Geschichte und Zeitgeschichte
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Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2013/14
Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte
(Vertretung: Prof. Dr. Kesper-Biermann)

Vorlesung in den modularisierten Studiengängen (Bachelor, Lehramt)
        Vorlesung in den alten Magister- und Lehramtsstudiengängen
        (für die Zwischenprüfung geeignet)

Sylvia Kesper-Biermann

Internationale Ordnungen und Internationalismus 1815-1939
Dienstag, 14.00 - 16.00 Uhr, Raum M 218
(für die Zwischenprüfung geeignet)

Die internationale Geschichte ist seit einigen Jahren durch die Erweiterung ihrer Themen und Zugänge über eine traditionelle Außenpolitik- und Diplomatiegeschichte hinaus gekennzeichnet. Globalgeschichtliche, transnationale und kulturgeschichtliche Perspektiven sowie die verstärkte Berücksichtigung der Zivilgesellschaft haben die Konzentration auf den Nationalstaat und sein Personal im 19. und 20. Jahrhundert gemindert. Ausgehend von Europa nimmt die Vorlesung in systematischer Hinsicht internationale Ordnungen, Beziehungen und Organisationen zwischen dem Wiener Kongress und dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs in den Blick. Unter anderem geht es um Krieg und Friedensordnungen, Völkerrecht und Verträge, imperiale und koloniale Ordnungsmodelle, Diplomatie, grenzüberschreitende soziale Bewegungen und Netzwerke sowie den Internationalismus und dessen Akteure, etwa im Bereich in der Wissenschaft.

Literatur:
Jost Dülffer/Wilfried Loth (Hrsg.): Dimensionen internationaler Geschichte, München 2012
Martin H. Geyer/Johannes Paulmann (Hrsg.): The Mechanics of Internationalism. Culture, Society and Politics from the 1840s to the First World War, Oxford 2001
Madeleine Herren: Internationale Organisationen seit 1865. Eine Globalgeschichte der internationalen Ordnung, Darmstadt 2009.

 

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Basiskurse in den modularisierten Studiengängen (Bachelor, Lehramt)
        Proseminare in den alten Magister- und Lehramtsstudiengängen

Peter Helmberger

Einführung in das Studium der Neueren und Neuesten Geschichte:
Die europäischen Staaten am Vorabend des 1. Weltkriegs
3std., Dienstag, 8.00 - 11.00 Uhr, Raum: K 001
Prüfungsform: KL/RE/HA

Das erste Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts war in den europäischen Staaten von einer eigentümlichen Mischung ganz unterschiedlicher Stimmungen/Erwartungen (wie Euphorie, Krisenbewusstsein, Endzeiterwartung, Weltschmerz, Leichtlebigkeit, Zukunftsangst) geprägt für die sich der Begriff des 'Fin de siècle' etabliert hat. In der Veranstaltung sollen sowohl einzelne Phänomene dieser gesellschaftlichen Befindlichkeiten in den einzelnen Staaten betrachtet werden wie auch übergreifende Erscheinungsformen. Der thematische Schwerpunkt liegt somit neben den politischen, wirtschaftlichen oder militärischen Ereignissen dieser Jahre, ausdrücklich auch auf kulturellem Gebiet.
In der Veranstaltung wird das Programm 'LMU-Teams' (Informationen: http://www.internetdienste.verwaltung.uni-muenchen.de/lmu_teams/index.html) genutzt werden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmern sollten daher bitte (sofern noch nicht in früheren Semestern geschehen) ihre campus-Kennung freischalten lassen.

Literatur:
Volker Ulrich: Die nervöse Großmacht 1871-1918. Aufstieg und Untergang des deutschen Kaiserreichs, Frankfurt/M. 1999 (1. Aufl. 1997). Sönke Neitzel: Kriegsausbruch. Deutschlands Weg in die Katastrophe 1900-1914, Zürich 2002. Jens-Malte Fischer: Jahrhundertdämmerung. Ansichten eines anderen Fin de siècle, Wien 2000.
Für die Arbeitstechnik: Nils Freytag / Wolfgang Piereth: Kursbuch Geschichte. Tipps und Regeln für wissenschaftliches Arbeiten, 5., aktual. Aufl. Paderborn 2011.

 

Bettina Severin-Barboutie

Das Zeitalter Napoleons als europäische Geschichte
Freitag, 09.00 - 12.00 Uhr, Raum K 507

Bis heute gilt die napoleonische Herrschaft in Europa als ein wichtiger Meilenstein in der europäischen Geschichte. Dabei hat sich die Geschichtsschreibung in den vergangenen Jahren von den nationalstaatlichen Traditionen in der Erforschung des napoleonischen Empire gelöst und größere (Zeit-)Räume in den Blick genommen. Ebenso hat sie sich neuen Fragen und Methoden geöffnet. Wichtige Impulse sind hierbei aus der Kulturgeschichte gekommen. Aus dieser Perspektivenerweiterung ist inzwischen eine Reihe von Studien hervorgegangen, die neues Licht auf einen alten Gegenstand werfen. Der Basiskurs führt in dieses wichtige Kapitel der europäischen Geschichte ein, bietet eine Zusammenschau aktueller Forschungstendenzen und vermittelt darüber hinaus Methoden historischen Arbeitens.

Literatur:
Guido Braun u.a. (Hg.), Napoleonische Expansionspolitik. Okkupation oder Integration?, Berlin/Boston 2013.

 

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Übungen in den modularisierten Studiengängen (Bachelor, Lehramt)
        Übungen in den alten Magister- und Lehramtsstudiengängen

Sylvia Kesper-Biermann

Übung (Vermittlung und Präsentation)
Vom spielerischen Umgang mit der Vergangenheit. Geschichte und Spiel vom 19. bis 21. Jahrhundert
Donnerstag, 8.00 - 10.00 Uhr, Raum K 507

Die Übung beschäftigt sich anhand von drei Fragestellungen mit dem Verhältnis von Geschichte und Spiel. Zum einen geht es um die Geschichte des Spielens und insbesondere des Gesellschaftsspiels im 19. und 20. Jahrhundert. Zum anderen wird untersucht, inwieweit Spiele als historische Quellen dienen können, beispielsweise im Hinblick auf die Wahrnehmung und Darstellung fremder Erdteile und Kulturen in Kolonial- und Reisespielen. Schließlich richtet sich die Perspektive drittens auf Repräsentationen der Vergangenheit in verschiedenen Formen des Spiels seit den 1980er Jahren. Dazu gehören u.a. Brettspiele, Computerspiele und Reenactment, also die Darstellung bzw. das „Nachleben“ geschichtlicher Ereignisse oder Epochen in Kostümen.Literatur:
Ulrich Schädler (Hrsg.): Spiele der Menschheit. 5000 Jahre Kulturgeschichte der Gesellschaftsspiele, Darmstadt 2008
Angela Schwarz (Hrsg.): „Wollten Sie auch immer schon einmal pestverseuchte Kühe auf Ihre Gegner werfen?“. Eine fachwissenschaftliche Annäherung an Geschichte im Computerspiel, Münster 2010
Judith Schlehe u.a. (Hrsg.): Staging the Past. Themed Environments in Transcultural Perspectives, Bielefeld 2010

Anmeldung per E-Mail an: 19jh@lrz.uni-muenchen.de

 

Sylvia Kesper-Biermann

Übung (Quellen und Forschung)
Industrialisierung und soziale Frage im 19. Jahrhundert
Mittwoch, 11.00 - 13.00 Uhr, Raum K 507

Die Industrialisierung gilt als Basisprozess der Moderne und ging mit fundamentalen Veränderungen von Wirtschaft und Gesellschaft, aber auch von Wahrnehmungen, Erfahrungen und Lebensbedingungen einher. Die Übung gibt einen Überblick über die Industrialisierung in Deutschland, Europa und den USA im langen 19. Jahrhundert. Auf der Basis der Lektüre von Forschungstexten und Quellen werden sowohl zeitliche Phasen als auch unterschiedliche Räume sowie Kontroversen der historischen Forschung diskutiert. Wirtschafts- und sozialgeschichtliche Zugänge spielen dabei genauso eine Rolle wie politik-, kultur- und geschlechtergeschichtliche. Im einzelnen geht es um Themen wie Bevölkerungsentwicklung und Migration, Landwirtschaft, Gewerbe und Industrie, Kommunikation und Verkehr, Wandel der Arbeit, Raum- und Zeitwahrnehmungen, Pauperismus und soziale Frage, Arbeiterorganisationen und Sozialismus sowie Wirtschafts- und Sozialpolitik.

Literatur:
Hans-Werner Hahn: Die Industrielle Revolution in Deutschland, 3. Aufl. München 2011
Rainer Liedtke: Die Industrielle Revolution, Köln/Weimar/Wien 2012
Patrick O'Brien (Hrsg.): The Industrial Revolution in Europe, 2 Bde., Oxford 1994
Dieter Ziegler: Die Industrielle Revolution, 3. Aufl. Darmstadt 2012

Anmeldung per E-Mail an: 19jh@lrz.uni-muenchen.de

 

Peter Helmberger

Die Erinnerung an den 1. Weltkrieg in der Zwischenkriegszeit
2std., Mi., 15.00-17.00 Uhr, Raum: K 201
Prüfungsform: RE

Der 1. Weltkrieg, dessen Ausbruch sich 2014 zum 100. Mal jährt, wurde (und wird) in den europäischen Staaten in unterschiedlichem Umfang und in verschiedener Weise erinnert. In der Veranstaltung sollen die unterschiedlichen Herangehensweisen analysiert werden. Gleichzeitig wird der Frage nachgegangen, ob es - trotz aller nationalstaatlichen Unterschiede - Ansätze für eine übergreifende Erinnerungskultur gab. Die Übung nutzt hierzu auch die Vortragsreihe "Der Erste Weltkrieg in europäischen Erinnerungskulturen" (http://www.ngzg.geschichte.uni-muenchen.de/personen/ls_siemann/kesper_biermann/vortragsreihe/index.html), die im WS stattfindet.
In der Veranstaltung wird das Programm 'LMU-Teams' (Informationen: http://www.internetdienste.verwaltung.uni-muenchen.de/lmu_teams/index.html) genutzt werden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmern sollten daher bitte (sofern noch nicht in früheren Semestern geschehen) ihre campus-Kennung freischalten lassen. Die Themenvergabe erfolgt in der 1. Sitzung (16.10.2013)

Anmeldung bitte ab sofort per E-Mail: 19JH@lrz.uni-muenchen.de

Literatur: Zur ersten Orientierung dienen die Aufsätze unter: http://www.zeitgeschichte-online.de/themen/fronterlebnis-und-nachkriegsordnung
V.a. für Studierende in den ersten Semestern: Nils Freytag / Wolfgang Piereth: Kursbuch Geschichte. Tipps und Regeln für wissenschaftliches Arbeiten, 5., aktual. Aufl. Paderborn 2011.

 

Bettina Severin-Barboutie

Übung (Quellen und Forschung)
Krieg erinnern. Die "Befreiungskriege" im 19. Jahrhundert
Mittwoch, 12.00 - 14.00 Uhr, Raum K 026

Die „Befreiungskriege“ haben im 19. Jahrhundert die Ausbildung einer nationalen Identität in Deutschland maßgeblich gefördert und sind dadurch quasi zu einem Gründungsmythos avanciert. Allerdings war diese Entwicklung weder absehbar noch zwangsläufig. Denn einerseits wurde gerade in ersten Jahren nach dem Wiener Kongress der kriegerischen Auseinandersetzungen von 1813 kaum gedacht. Andererseits erwies sich die Erinnerung an diese Ereignisse in späteren Jahrzehnten als extrem zersplittert, vielfältig und konfligierend. In der Übung geht es einmal darum, Bedingungsfaktoren, Facetten und Wandel der Erinnerung an die „Befreiungskriege“ im 19. Jahrhundert herauszuarbeiten. Dabei wird der Blick nicht allein auf den Deutschen Bund und das Deutsche Kaiserreich, sondern auch auf andere Räume in Europa gerichtet. Denn schließlich nahmen an den „Befreiungskriegen“ Soldaten aus ganz Europa und nicht nur aus den deutschen Staaten teil. Darüber hinaus werden in der Übung Quellen, Methoden und Konzepte der Erinnerungsgeschichte diskutiert und Vergleichsperspektiven mit dem Gedenken an den Ersten Weltkrieg eröffnet.Literatur:
Ute Planert, Der Mythos vom Befreiungskrieg. Frankreichs Kriege und der deutsche Süden: Alltag – Wahrnehmung – Deutung 1792-1841, Paderborn u.a., S. 474-641.

Anmeldung per E-Mail an: 19jh@lrz.uni-muenchen.de

 

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Vertiefungskurse in den modularisierten Studiengängen (Bachelor, Lehramt)
        Hauptseminare in den alten Magister- und Lehramtsstudiengängen

Sylvia Kesper-Biermann

Großer Krieg - vergessener Krieg? Der Erste Weltkrieg als globaler Erinnerungsort
Mittwoch, 17.00 - 20.00 Uhr, Raum K 302

2014 jährt sich der Ausbruch des Ersten Weltkrieges zum 100. Mal. Zahlreiche Veranstaltungen werden im nächsten und in den folgenden Jahren der „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ gedenken, wobei die Erinnerung selbst schon auf eine lange Tradition zurückblicken kann. Das Seminar untersucht, in globaler Perspektive, den Ersten Weltkrieg in unterschiedlichen Erinnerungskulturen und deren Veränderung im Verlauf des 20. Jahrhunderts. Es geht erstens um verschiedene Formen und Medien der Erinnerung wie Gedenktage, Denkmäler und Museen, Literatur, Film, Comic und Computerspiel. Zweitens werden vergleichend Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen verschiedenen Staaten bzw. Räumen in den Blick genommen, u.a. Deutschland, Großbritannien und der Commonwealth, Frankreich, Italien, die Sowjetunion, die Tschechoslowakei und Japan. Drittens wird gefragt, welche Erinnerungsorte jeweils von Bedeutung waren und welche Funktionen die Erinnerung an den Ersten Weltkrieg für unterschiedliche Gruppen übernahm. Die Vorträge der Reihe „Der Erste Weltkrieg in europäischen Erinnerungskulturen“ sind Bestandteil des Seminars.

Literatur:
Manfred Hettling/Jörn Echternkamp (Hrsg.): Gefallenengedenken im globalen Vergleich. Nationale Tradition, politische Legitimation und Individualisierung der Erinnerung, München 2013
Barbara Korte/Sylvia Paletschek/Wolfgang Hochbruck (Hrsg.): Der Erste Weltkrieg in der populären Erinnerungskultur, Essen 2008
Rainer Rother (Hrsg.): Der Weltkrieg 1914-1918. Ereignis und Erinnerung, Berlin/Wolfratshausen 2004
Jay Winter: Remembering War. The Great War Between Memory and History in the Twentieth Century, New Haven u.a. 2006

Anmeldung per E-Mail an: 19jh@lrz.uni-muenchen.de

 

Peter Helmberger

Die Verfassungsdiskussion in den europäischen Staaten (1791-1848)

3std., Donnersstag, 13.00 - 16.00 Uhr, Raum: K 302
Prüfungsform: KL/RE/HA

Der Wunsch nach der Fixierung der Rechte des Einzelnen und Begrenzung der Macht der Regierenden durch eine Verfassung ist ein zentrales Charakteristikum der Jahre zwischen der Französischen Revolution und 1848. Die Auseinandersetzung um diese Frage wurde in nahezu allen mittel- und westeuropäischen Staaten mehr oder weniger intensiv, nachdrücklich oder auch gewalttätig geführt. Am Ende standen einerseits sehr spezifische, jedoch unverkennbar auch wechselseitig beeinflusste Lösungen. In der Veranstaltung soll (auf der Grundlage intensiver Quellenanalyse) der Verfassungsdiskussion in möglichst vielen europäischen Staaten nachgegangen werden. Diese wird jeweils in den nationalstaatlichen Entstehungszusammenhang eingebettet werden.
In der Veranstaltung wird das Programm 'LMU-Teams' (Informationen: http://www.internetdienste.verwaltung.uni-muenchen.de/lmu_teams/index.html) genutzt werden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmern sollten daher bitte (sofern noch nicht in früheren Semestern geschehen) ihre campus-Kennung freischalten lassen. Die Themenvergabe erfolgt in der 1. Sitzung (17.10.2013)

Anmeldung bitte ab sofort per E-Mail: 19JH@lrz.uni-muenchen.de

Literatur:
M. Kirsch / P. Schiera (Hgg.): Denken und Umsetzung des Konstitutionalismus in Deutschland und anderen europäischen Ländern in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, Berlin 1999. M. Kirsch: Monarch und Parlament im 19. Jahrhundert. Der monarchische Konstitutionalismus als europäischer Verfassungstyp - Frankreich im Vergleich, Göttingen 1999. P. Brandt /u.a. (Hgg.): Quellen zur europäischen Verfassungsgeschichte im 19. Jahrhundert. Teil 2: 1815-1847, CD-ROM, Bonn 2010.

Masterstudierende im Profilbereich Geistes- und Sozialwissenschaften, die diesen Kurs als Grundlagenkurs für Anfänger wählen möchten, melden sich bitte per Mail an bei th.bauer@lrz.uni-muenchen.de
Hinweis: Die Abnahme von Zulassungsarbeiten und Staatsexamenssprüfungen ist nicht möglich!