Neueste Geschichte und Zeitgeschichte
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Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2009/2010

 

Prof. Dr. Bernhard Löffler

VORLESUNG: Imperialismus und Globalisierung: das deutsche Kaiserreich in der Welt 1880-1914
2 std., Mi 14.00-16.00 Uhr, Hörsaal A 240 (LMU Hauptgebäude)
(Prüfungsvariante 2: KL)

Das Thema schließt an die Vorlesung des letzten Semesters an. Nachdem dort das vornehmliche Interesse der Gründungsgeschichte, den strukturellen Grundlagen und den hauptsächlichen innenpolitischen Problemzonen des Bismarckreichs bis 1890 galt, geht es nun zum einen um die zeitliche Fortführung der Kaiserreich-Geschichte bis 1914, zum anderen um deren Einbettung in internationale und transnationale Entwicklungszusammenhänge. Diese inhaltliche Akzentuierung ist mit den Schlagworten „Imperialismus“ und „Globalisierung“ angedeutet. Sie umfasst „klassische“ Fragen der auswärtigen Beziehungen und der Kolonialpolitik ebenso wie die zunehmenden Tendenzen weltweiter wirtschaftlicher, sozialer oder kultureller Verflechtungen bzw. Abhängigkeiten (Migrationsströme, intensivierte Außenhandelsbeziehungen und ausländische Unternehmensinvestitionen, internationaler Goldstandard, übernationale Kulturtransfers usw.), wie sie gerade die Nationalstaaten Europas mit ihren imperialen Ansprüchen, expansiven Bestrebungen und sich voll entfaltenden kapitalistischen Industriegesellschaften zwischen 1880 und 1914 kennzeichneten.

Literatur: Thomas Nipperdey, Deutsche Geschichte 1866-1918, 2 Bde., München 1990/92; Hans-Peter Ullmann, Das Deutsche Kaiserreich 1871-1918, Frankfurt 1995; Hans-Ulrich Wehler, Deutsche Gesellschaftsgeschichte, Bd. 3, München 1995; Volker Ullrich, Die nervöse Großmacht 1871. Aufstieg und Untergang des deutschen Kaiserreichs, Frankfurt 1999; Volker Berghahn, Das Kaiserreich 1871-1914 (Gebhardt Handbuch der deutschen Geschichte, Bd. 16), Stuttgart 2003; Gregor Schöllgen/Friedrich Kießling, Das Zeitalter des Imperialismus (Oldenbourg Grundriss der Geschichte), 5. Aufl. München 2009; Sebastian Conrad/Jürgen Osterhammel (Hg.), Das Kaiserreich transnational. Deutschland in der Welt 1871-1914, Göttingen 2004; Sebastian Conrad, Globalisierung und Nation im Deutschen Kaiserreich, München 2006; Cornelius Torp, Die Herausforderung der Globalisierung. Wirtschaft und Politik in Deutschland 1860-1914, Göttingen 2005.

In der Veranstaltung wird der 'Virtuelle Seminarraum' (Informationen) genutzt werden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollten sich daher bitte (sofern noch nicht vorhanden) vorab eine campus-Kennung besorgen.

HAUPTSEMINAR: Economy in Crisis: Wirtschaftszyklen und Wirtschaftskrisen im langen
19. Jahrhundert (zusammen mit Michael Hochgeschwender)
2 std., Dienstag 18.00 -20.00 Uhr, Historicum 202

Anmeldung ab sofort im Geschäftszimmer, Frau Rolofs, Historicum 125 oder per E-Mail schicken an Rolofs@lmu.de E-Mail

Das Jahr 2008 brachte nicht die erste schwere globale Wirtschaftskrise. Gerade in der Epoche, in der sich das liberale, kapitalistische System weltweit durchzusetzen begann, also im „langen 19. Jahrhundert“, kam es immer wieder zu Paniken, Rezessionen und Krisen mit schwerwiegenden Folgen (etwa mit den Krisenphänomenen der 1840er Jahre oder in der sog. „Gründerkrise“ 1873, bis hin zur Weltwirtschaftskrise von 1929). Diese teilweise drastischen ökonomischen Abschwünge sind Beleg für die bereits damals weit fortgeschrittene globale Verflechtung von als national kategorisierten Ökonomien. In dem Seminar soll den Ursachen und Folgen dieser Krisen vor allem in den USA und in Europa nachgegangen werden, wobei die Frage nach dem Umgang mit den aus ihnen resultierenden Problemen im Vordergrund steht.

Literatur: Knut Borchardt, Wachstum, Krisen, Handlungsspielräume in der Wirtschaftspolitik. Studien zur Wirtschaftsgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, Göttingen 1982; Christoph Buchheim, Industrielle Revolutionen. Langfristige Wirtschaftsentwicklung in Großbritannien, Europa und in Übersee, München 1994; Jürgen Osterhammel, Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts, München 2009.

In der Veranstaltung wird der sog. 'Virtuelle Seminarraum' (Informationen) genutzt werden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollten sich daher bitte (sofern noch nicht vorhanden) vorab eine campus-Kennung besorgen.

HAUPTSEMINAR: Europäische Agrargesellschaften im Wandel im 19. Jahrhundert
3 std., Donnerstag 11.00-14.00 Uhr; Historicum 201

Anmeldung ab sofort im Geschäftszimmer, Frau Rolofs, Historicum 125 oder per E-Mail schicken an Rolofs@lmu.de E-Mail

Das Seminar blickt auf die rechtlichen, sozialen, ökonomischen und kulturellen Wandlungsprozesse auf dem Land, wie sie sich im Zuge der fortschreitenden Industrialisierung und gesellschaftlichen Modernisierung im Laufe des 19. Jahrhunderts europaweit vollzogen oder jedenfalls angebahnt haben. Welche treibenden Einflussfaktoren, Transformationen und Anpassungsstrategien in der ländlichen Lebenswelt sind da erkennbar und welche Beharrungskräfte? Dieses Spannungsfeld soll zum einen in national-vergleichender Weise, zum anderen in thematischen Zugriffen auf bestimmte Problemfelder (etwa Ablösung grundherrlicher Rechtssysteme; enclousure-Politik in England; Grundbesitz, Agrarkapitalismus und agrarische Interessenpolitik; Zusammenhänge von Bevölkerungswachstum, Nahrungsmittelproduktion und Industrialisierung; bäuerliche Lebensbedingungen und soziale Gliederung im Dorf; umwelthistorische Fragestellungen) analysiert werden.

Literatur: Werner Trossbach/Clemens Zimmermann (Hg.), Agrargeschichte. Positionen und Perspektiven; Stuttgart 1998; Werner Rösener, Die Bauern in der europäischen Geschichte, München 1993; Rainer Beck, Unterfinnig. Ländliche Welt vor Anbruch der Moderne, München 1993; Wolfgang Jacobeit/Josef Mooser (Hg.), Idylle oder Aufbruch? Das Dorf im bürgerlichen 19. Jahrhundert. Ein europäischer Vergleich, Berlin 1990; Walter Achilles, Deutsche Agrargeschichte im Zeitalter der Reformen und der Industrialisierung, Stuttgart 1993; Christof Dipper, Die Bauernbefreiung in Deutschland. 1790-1850, Stuttgart u.a. 1980; Tom Scott (Hg.), The Peasantries of Europe from the fourteenth to the Eighteenth Centuries, London/New York 1998; Reiner Prass/Jürgen Schlumbohm/Gérard Béaur/Christophe Duhamelle (Hg.), Ländliche Gesellschaften in Deutschland und Frankreich, 18. – 19. Jahrhundert, Göttingen 2003.

In der Veranstaltung wird der 'Virtuelle Seminarraum' (Informationen) genutzt werden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollten sich daher bitte (sofern noch nicht vorhanden) vorab eine campus-Kennung besorgen.

ÜBUNG: Das 19. Jahrhundert im Film
2 std., Mittwoch 17.00 - 19.00 Uhr, Historicum 001
(Prüfungsvariante 2: RE, AA)

Anhand ausgewählter Beispiele, die in Gruppenarbeit analysiert und dann im Plenum präsentiert und diskutiert werden, thematisiert die Übung die filmische Vergegenwärtigung bestimmter Perioden, Ereignisse und Personen des 19. Jahrhunderts (Napoleon, Revolution von 1848, Deutsches Kaiserreich, Bismarck und Wilhelm II. etc.), vornehmlich in kommerziellen Spielfilmen, exkursorisch auch in filmischen Dokumentationen. Dabei werden nicht zuletzt methodische Fragen und quellenkritische Probleme dieses Genres zu erörtern sein: zum einen Fragen nach den wechselnden mentalen „Bildern“ vom 19. Jahrhundert (wie sie sich in Filmen spiegeln), zum anderen Fragen nach den Möglichkeiten und Grenzen, den Film als kultur- und mentalitätshistorische Quelle für breitere Denkströmungen einer Zeit zu nutzen.

Literatur: Wolfgang Jacobsen (Hg.), Geschichte des deutschen Films, 2. Aufl. Stuttgart 2004; Harro Segeberg, Die Perfektionierung des Scheins. Das Kino der Weimarer Republik im Kontext der Künste, München 2000; ders. (Hg.), Mediale Mobilmachung (I: Das Dritte Reich und der Film, II: Hollywood, Exil und Nachkrieg), 2. Bde., München 2004/06.


Dr. Peter Helmberger


BK/PS: Einführung in das Studium der Neueren und Neuesten Geschichte: Der Wiener Kongress und die Neuordnung Europas 1814/15 (KL/RE/HA/AA)
Mi., 8.00-11.00 Uhr, Historicum 001

Auf dem Wiener Kongress (1814/15) sollte - nach der Französischen Revolution und der napoleonischen Ära - die (territoriale) Ordnung in Europa neu ausgerichtet werden. Darüber hinaus stellte die Gründung des Deutschen Bundes (als Nachfolgeinstitution des Alten Reiches) eine besondere Herausforderung dar. Die Veranstaltung widmet sich den teilnehmenden Staaten, dem Ablauf des Kongresses, seinen Hauptkonfliktpunkten und seinen Folgen für die Jahre bis 1830/48/66.

In der Veranstaltung wird der 'Virtuelle Seminarraum' (Informationen) genutzt werden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollten sich daher bitte (sofern noch nicht vorhanden) vorab eine campus-Kennung besorgen.

Literatur: E. Fehrenbach: Vom Ancien Régime zum Wiener Kongreß, 5. Aufl. München 2008. Wolfram Siemann: Vom Staatenbund zum Nationalstaat. Deutschland 1806-1871, München 1995. Dieter Langewiesche: Europa zwischen Restauration und Revolution 1815-1849, 5. Aufl. München 2007. Peter Burg: Der Wiener Kongreß. Der Deutsche Bund im europäischen Staatensystem, München 1984.
Für die Technikübung: Nils Freytag / Wolfgang Piereth: Kursbuch Geschichte. Tipps und Regeln für wissenschaftliches Arbeiten, 3., aktual. u. erw. Aufl. Paderborn 2008.

 

Übung (Theorie & Methode): Wilhelm II. (1859-1941) (RE/AA)
Di., 10.00-12.00 Uhr, Raum: 001

Das (wissenschaftliche) Interesse an Wilhelm II. beruhte in der Vergangenheit häufig auf auf der Errichtung seines 'Persönlichen Regiments', seiner politischen Rolle im Umfeld diverser außenpolitischer Krisen im Kaiserreich (Krüger-Depesche, Hunnenrede, Daily-Telegraph-Affäre), seinem Engagement für das Flottenbauprogramm und seinem Verhalten beim Ausbruch des 1. Weltkriegs. Spätestens seit seinem 150. Geburtstag (im Januar 2009) gilt das Augenmerk nun auch verstärkt der Biografie insgesamt, der Inszenierung seiner Herrschaft und seinem Verhältnis zur (technischen) Moderne und den Medien. Die Veranstaltung widmet sich - unter Einbeziehung moderner Theorien zur Biografieforschung - diesen unterschiedlichen Aspekten. In besonderer Weise soll auch der Behandlung/Beurteilung durch die Geschichtswissenschaften nachgegangen werden.

In der Veranstaltung wird der sog. 'Virtuelle Seminarraum' (Informationen) genutzt werden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmern sollten sich daher bitte (sofern noch nicht vorhanden) vorab eine campus-Kennung besorgen.

Anmeldung zur Übung bitte ab sofort per E-Mail schicken an peter.helmberger@lmu.de E-Mail

ACHTUNG: Die Teilnahmeliste für die ÜBUNG ist bereits voll. Sie können sich aber auf die Warteliste setzen lassen!

Literatur: Christopher Clark: Wilhelm II.. Die Herrschaft des letzten deutschen Kaisers, München 2008. Wolfgang König: Wilhelm II. und die Moderne. Der Kaiser und die technisch-industrielle Welt, Paderborn 2007. John C.G. Röhl: Wilhelm II., 3 Bde., München 2008.


Klaus Seidl, M.A.

BK/PS: Vormärz. Politik und Gesellschaft in Deutschland 1815-1848
3std., Fr 14.00 - 17.00 Uhr, Historicum 001 (KL/RE/HA/AA)

Unter dem Eindruck der Revolution trennten die Zeitgenossen bereits im Frühjahr 1848 die neue Zeit auch begrifflich von der vorangegangenen Epoche: Im Gegensatz zur Revolution, mit der man überwiegend Aufbruch, Veränderung und Fortschritt verband, erschien der „Vormärz“ nunmehr als ruhiges und behäbiges Zeitalter der Stagnation. Wenn der Begriff daneben auch die deutsche Geschichte der Jahre 1815 bis 1848 zur bloßen Vorgeschichte der Märzrevolution reduziert, unterstreicht er doch, dass die deutsche Gesellschaft politisch in Bewegung geraten war und in Parlamenten sowie der entstehenden politischen Öffentlichkeit (Presse, Vereine und Feste) auf liberale, demokratische und nationalpolitische Reformen drängte. Dagegen stand die monarchische Unterdrückungspolitik des Deutschen Bundes und der Einzelstaaten. Diesem politischen Spannungsfeld werden wir uns in mehreren Sitzungen widmen (z.B. Karlsbader Beschlüsse, Hambacher Fest). Darüber hinaus beschäftigen wir uns mit den zentralen wirtschaftlichen (z.B. Eisenbahn, Zollverein), sozialen (etwa Aufstieg des Bürgertums, Pauperismus) und kulturellen (z.B. Volksfrömmigkeit und Aberglaube) Entwicklungen dieser Epoche.

Literatur: Alexa Geisthövel: Restauration und Vormärz 1815-1847. Paderborn u.a. 2008. Nils Freytag/ Wolfgang Piereth: Kursbuch Geschichte. Tipps und Regeln für wissenschaftliches Arbeiten. 3. aktual. und erw. Aufl. Paderborn u.a. 2008. - Beide Bücher sind für alle Teilnehmenden während des Semesters verbindlich zu lesen.


Vertiefende Übung zum Proseminar "Vormärz: Politik und Gesellschaft in Deutschland 18-15-1848"
1std., Fr. 16.00-17.00 Uhr, Historicum 001