Neueste Geschichte und Zeitgeschichte
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PD Dr. Daniel Hedinger

PD Dr. Daniel Hedinger

Wissenschaftlicher Mitarbeiter
LMU Research Fellowship des Center for Advanced Studies

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Postanschrift:
Historisches Seminar der LMU
Abteilung Neueste Geschichte und Zeitgeschichte
Geschwister-Scholl-Platz 1
80539 München

Raum: 317
Telefon: +49 (0) 89 / 2180 - 5569
Fax: +49 (0) 89 / 2180 - 5667

Arbeitsschwerpunkte


Zweiter Weltkrieg: Geschichte des Nationalsozialismus und des italienischen Faschismus in transnationaler Perspektive
Faschismustheorie
Geschichte Japans und Ostasiens im 19. und 20. Jahrhundert
Globalgeschichte und transnationale Geschichte
Trans-imperial history
Ausstellungs- und Museumsforschung
Rechtsgeschichte

Kurzvita


2017/2018 DHI Rom
2017 Habilitation an der LMU München
2013-2017 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Seminar der Ludwig- Maximilians-Universität / LMU Research Fellowship (Center for Advanced Studies)
April-Sept. 2014 Vertretungsprofessur an der Humboldt Universität zu Berlin für Asien- und Afrikawissenschaften
2012/2013 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Freien Universität Berlin, Arbeitsbereich Globalgeschichte (Prof. Sebastian Conrad)
2011/12 Fellow am FRIAS (Freiburg Institute for Advanced Studies) der Universität Freiburg
2011 Promotion an der Universität Zürich
2005-11 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Humboldt-Universität zu Berlin
2004 Master in Geschichte und Japanologie an der Universität Zürich
2000 Bachelor in Japanologie am Institut national des langues et civilisations orientales (Paris)

Aktuelle Projekte


Imperien im Krieg. Der Zweite Weltkrieg aus trans-imperialer und (post-)kolonialer Perspektive
Der Zweite Weltkrieg war ein Kampf zwischen Imperien, ein Krieg um Imperien und um die Frage, welche imperiale Ordnung die Welt dominieren sollte. Doch sind wir daran gewöhnt, den Weltkrieg primär als einen Konflikt zwischen einzelnen Nationalstaaten zu verstehen. Die Hartnäckigkeit mit derer sich solche Lesarten halten, erstaunt, insbesondere wenn wir einen Blick auf die Geschichtsschreibung zum Ersten Weltkrieg werfen: Hier haben sich im Kontext seines hundertsten Jahrestages die Stimmen gehäuft, die zu Recht auf die globalen und auch imperialen Dimensionen dieser „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ hinweisen. An dessen Ende stand in Europa bekanntlich die forcierte Nationalstaatenbildung, die für diesen Kontinent bereits den Keim künftiger Konflikte barg. Doch das Ideal der Selbstbestimmung der Völker war zutiefst eurozentrisch und so sahen sich in der Zwischenkriegszeit mehr Menschen als je zuvor kolonialen Ordnungen unterworfen. Die daraus resultierenden Spannungen und Widersprüchlichkeiten mögen erklären, wieso imperiale Kontexte und Dimensionen in Bezug auf die Ursprünge und den Verlauf des Zweiten Weltkriegs im Vergleich zum Ersten noch einmal wesentlich prominenter hervortreten: Dies zeigte sich beispielsweise 1931/32 in der Mandschurei und drei, vier Jahre später in Äthiopien; es zeigt sich aber auch in den Erfahrungen vieler Millionen Soldaten und Zivilisten deren Bezugshorizont im Weltkrieg in erster Linie ein imperialer war. Vor diesem Hintergrund zielt das Projekt darauf ab, eine (post-)koloniale und trans-imperiale Perspektive auf den Zweiten Weltkrieg zu entwickeln. Neuere Ansätze wie die New Imperial History, die transnationale Geschichte, post-koloniale Theorie oder auch die neuere Gewaltforschung bieten das theoretische und methodische Rüstzeug dazu.

Der Traum von einer neuen Weltordnung: Die Achse Tokio - Rom - Berlin 1931-1942
Dieses Projekt fragt nach der geteilten Geschichte von Japan, Italien und Deutschland in der Zeit zwischen dem sogenannten „Mandschurei-Zwischenfall“ und dem Jahr 1942, als die Achse vermeintlich kurz vor der Realisierung ihres gemeinsamen Traums von einer neuer Weltordnung stand. Eine Geschichte der Achse Tokio – Rom – Berlin, die alle drei Partner gleichberechtigt behandelt, außereuropäische Ursprünge des Zweiten Weltkriegs miteinbezieht und globale Verflechtungen ernst nimmt, gilt es noch zu schreiben. Aus zwei Gründen ist dies bisher nicht geschehen: Einerseits dominieren nationale Zugänge die Geschichtsschreibung zum Weltkrieg. Eine Konsequenz davon ist, dass der Krieg und seine Ursprünge in Europa und Asien nur selten miteinander in Beziehung gesetzt werden. Andererseits hat die einschlägige Literatur die Achse kleingeschrieben und ihre Funktionstüchtigkeit in Frage gestellt, indem sie ihre inneren Widersprüche, ihr Scheitern und ihr Versagen in den Vordergrund rückte.
So gesehen verfolgt das Projekt drei Ziele: Erstens wird durch den Einbezug von Archivmaterialien aus allen drei Ländern eine nicht-eurozentrierte Sichtweise auf die Allianz entwickelt. Zweitens beabsichtigt das Projekt, einen innovativen Beitrag zu einer Globalgeschichte der 1930er und frühen 1940er Jahre zu leisten, insbesondere indem es Vorstellungen von einer neuen Weltordnung und ihre geopolitischen und räumlichen Implikationen thematisiert. Drittens soll durch eine Schwerpunktsetzung auf Transfers die Frage nach Ideologie für das Zustandekommen des Bündnisses noch einmal aufgeworfen werden. In diesem Zusammenhang sind durch eine kulturgeschichtliche Erweiterung Impulse für die herkömmliche Politik- und Diplomatiegeschichte zu erwarten.

Publikationen

Monographien


Der Traum von einer neuen Weltordnung. Die Achse Tokio - Rom - Berlin, (Habilitationsmanuskript).
Im Wettstreit mit dem Westen. Japans Zeitalter der Ausstellungen 1854-1941, (Reihe Globalgeschichte, Band 7), Frankfurt am Main (Campus) 2011.

Herausgeberschaften


mit Reto Hofmann, „Axis Empires. Toward a Global History of Fascist Imperialism“, special issue des Journal for Global History, Vol. 12, Nr. 2 (2017).
mit Daniel Siemens, „The Legal Moment in Global History: Doing Law and Writing History at the International Military Tribunals of Nuremberg and Tokyo, 1945-1948“, special issue des Jourmal of Modern European History, Vol. 14, Nr. 4 (2016).
als section editor, zusammen mit Paul Corner, Konrad Jarausch, Jie-Hyun Lim, Karen Petrone, Antonio Costa Pinto, Eve Rosenhaft, The Palgrave Handbook of Mass Dictatorship, Basingstoke (Palgrave), 2016.
mit Daniel Siemens, Law and Historiography. Contributions to a New Cultural History of Law, in: InterDisciplines. Journal of History and Sociology Vol. 3. Nr. 2 (2012).

Aufsätze in Zeitschriften


mit Nadin Heé, „Transimperial History. Connectivity, Cooperation and Competition“, in: Journal of Modern European History, Vol. 16, Nr. 4 (2018), S. 429-452.
„The Spectacle of Global Fascism. The Italian Blackshirt Mission to Japan’s Asian Empire“, in: Modern Asian Studies, Vol. 51, Nr. 6 (2017), S. 1999-2034.
„The imperial nexus: The Second World War and the Axis in Global Perspective“, in: Journal of Global History, Vol. 12, Nr. 2 (2017), S. 184-205.
mit Reto Hofmann, „Editorial – Axis empires: Towards a Global History of Fascist Imperialism“,in: Journal of Global History, Vol. 12, Nr. 2 (2017), S. 161-165.
„A Global Conspiracy? The Berlin–Tokyo–Rome Axis on Trial and its Impact on the Historiography of the Second World War“, in: Journal of Modern European History, Vol. 14, Nr. 4 (2016), S. 500-521.
mit Daniel Siemens, „The Legal Moment in International History. Global Perspectives on Doing Law and Writing History in Nuremberg and Tokyo, 1945–1948. Introduction“, in: Journal of Modern European History, Vol. 14, Nr. 4 (2016), S. 492-499.
„Querschnittbericht Globalgeschichte“, in: VHD Journal (Sonderheft 50. Deutscher Historikertag 2014, Göttingen), Nr. 3 (2015), S. 70-75.
„Universal Fascism and its Global Legacy. Italy’s and Japan’s Entangled History in the Early 1930s“, in: Fascism, Vol. 2, Nr. 2 (2013), S. 141–160.
mit Daniel Siemens, „What’s the Problem with Law in History?”, in: InterDisciplines. Journal of History and Sociology, Vol. 3. Nr. 2 (2012), S. 6-17.
„Globalization of legal cultures in the 19th century. Criminal trials, gender, and the public in Meiji Japan“, in: InterDisciplines. Journal of History and Sociology, Vol. 3. Nr. 2 (2012), S. 135-165.
„Krieg, Biopolitik und Medizin. Mori Ōgais Werdegang oder wie Japan um 1900 zum globalen Vorbild mutierte“, in: Nach Feierabend. Zürcher Jahrbuch für Wissensgeschichte, Vol. 8 (2012), S. 105-125.
„Kulturen der Mobilisierung. Repräsentationen von Krieg und Gewalt im japanischen Imperium 1937/38“, in: Yōroppa kenkyū/European Studies (Universität Tokio), Vol. 11 (2012), S. 107-127.
„Showcases of Revolutionary Transformation. Exhibitions in the Early Meiji Period“, in: Comparativ, Vol. 19, Nr. 2/3 (2009), S. 78-102.
„‘Fighting a Peaceful War’. Japan at World Exhibitions in the 1860s and 1870s“, in: Bureau International des Expositions, Bulletin 2006, (2007), S. 71- 94.
„‘Keines unserer Leben ist verschwendet, wenn wir auf dem Schlachtfeld sterben’. Militärausstellungen und Erinnerungsfeste im Japan der frühen Shōwa-Zeit“, in: Journal of Modern European History, Vol. 4, Nr.1 (2006), S. 114-132.

Artikel in Sammelbänden


„Welfare and Labour in Interwar Germany and Japan. A Transnational Perspective“, in: Sandrine Kott, Kiran Klaus Patel (Hrsg.), The Internationalization of Nazi Labor and Social Policy and the Role of the Reichsarbeitsministerium, Oxford (Oxford University Press), 2018, S. 173-200.
„From Blitzkrieg to Total War? Fascist Warfare and the Berlin – Tokyo – Rome Axis“, in: Alan Kramer, Javier Rodrigo, Miguel Alonso (Hrsg.), Fascist Warfare 1922-1945: Aggression, Occupation, Annihilation, Basingstoke (Palgrave) (voraussichtlich 2019/2020).
mit Moritz von Brescius, „The German and Japanese Empires. Great Power Competition and the World Wars“, in: Peter Bang, C. A. Bayly & Walter Scheidel (Hrsg.), The Oxford World History of Empire, Oxford (Oxford University Press), (voraussichtlich 2019/2020).
„Fascismo globale e la genesi dell’Asse/Globaler Faschismus und die Genese der Achse“, In: Alessio Gagliardi, Valeria Galimi, Camilla Poesio (Hrsg.), Il fascismo italiano in una prospettiva transnazionale. Circolazione di idee, politiche, uomini, Rom, (voraussichtlich 2019/2020).
„Colonialism and Mass Dictatorship: The Imperial Axis and the Home Front in Japan, Italy and Germany“, in: Paul Corner & andere (Hrsg.), The Palgrave Handbook of Mass Dictatorship, Basingstoke (Palgrave), 2016, S. 35-49.
„Introduction: Militarisation and Dictatorship in the Age of Total War” in: Paul Corner & andere (Hrsg.), The Palgrave Handbook of Mass Dictatorship, Basingstoke (Palgrave), 2016, 287-292.
„Krisenlose Gesellschaften?“, in: Thomas Mergel (Hrsg.), Krisen verstehen. Historische und kulturwissenschaftliche Annäherungen, Frankfurt a. M. (Campus) 2012, S. 147-150.
„Im Dienste der Nation. Hygiene, Biopolitik und Moderne im Japan der Meiji-Zeit“, in: Jörg Baberowski, Maike Lehmann, David Feest (Hrsg.), Dem Anderen begegnen, Frankfurt a. M. (Campus) 2008, S. 113-139.
mit Christoph Gumb, „Aus der Perspektive des Schlachtfeldes. Krieg, soziale Ordnung und Imperium in Japan und Russland“, in: Jörg Baberowski, David Feest, Christoph Gumb (Hrsg.), Imperiale Herrschaft in der Provinz, Frankfurt am Main (Campus) 2008, S. 223-267.

Rezensionen


Lutz Klinkhammer, Amedeo Osti Guerrazzi, Thomas Schlemmer, Die „Achse“ im Krieg. Politik, Ideologie und Kriegführung 1939–1945, Paderborn (Ferdinand Schöningh) 2010. In: H-Sok-u-Kult, 28. Februar 2013.
Ken Ishida, Fashisuto no sensō. Sekaishiteki bunmyaku de yomu echiopia sensō, [Der faschistische Krieg. Der äthiopische Krieg im weltgeschichtlichen Kontext gelesen], in: Quellen und Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliotheken, Nr. 92 (2012), S. 733-734.
Alan Tansman, The Culture of Japanese Fascism, Durham (Duke University Press) 2009.
In: H-Soz-u-Kult, 11. April 2011.
Kevin M. Doak, A History of Nationalism in Modern Japan. Placing the People, Leiden (Brill) 2006. In: H-Soz-u-Kult, 14. März 2011.