Neueste Geschichte und Zeitgeschichte
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Max Gedig, M.A.

Max Gedig, M.A.

Wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Projekt "Politische Gewalt in der Bundesrepublik", Teilprojekt „Die Bewegung 2. Juni. Finanzierung bis 9/2020 durch die Studienstiftung des deutschen Volkes.

Kontakt

Postanschrift:
Historisches Seminar der LMU
Abteilung Neueste Geschichte und Zeitgeschichte
Geschwister-Scholl-Platz 1
80539 München

Besucheranschrift:
Edmund-Rumpler-Straße 13
80939 München

Raum: B 157
Telefon: 089/218072018
Fax: 089/2180-2862

Weitere Informationen

Kurzvita:

Seit September 2017: Promotionsstipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes.

2017: Publikationspreis des Surveillance-Studies-Forschungsnetzwerks für den auf der Masterarbeit basierenden Aufsatz “'Fighting an Invisible Man': Infiltration and its Effects on the Black Panther Party" (umbenannt in: "Woke up with Death Every Morning." Surveillance Experiences of Black Panther Activists)

2015: Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Taskforce „Kunstfund Schwabing“

2014-2015: Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes, Grundförderung

2014: PROSA-Auslandsförderung der LMU für den Studierendenaustausch mit der University of California, Berkeley

2013-2015: Masterstudium der Geschichtswissenschaft an der LMU und der UC Berkeley

2013: AKKU-Nachwuchspreis des Arbeitskreises für kritische Unternehmensgeschichte für die Bachelorarbeit: „Familie als Erfolgsgarant. Siemens in der frühen Unternehmensentwicklung“

2012-2015: Hilfskraft und freier Mitarbeiter beim Siemens Historical Institute sowie beim Drittmittelprojekt: „Thyssen im 20. Jahrhundert - eine Familiengeschichte“, Historisches Seminar, LMU

2010-2013: Bachelorstudium der Geschichtswissenschaft sowie Antike und Orient an der LMU

Veröffentlichungen

Transnationale Lernerfahrungen militanter Organisationen am Beispiel der Bewegung 2. Juni. In: Adrian Hänni u.a. (Hg.): Über Grenzen hinweg. Transnationale politische Gewalt im 20. Jahrhundert. Frankfurt 2019, i.V.

"Woke up with Death Every Morning." Surveillance Experiences of Black Panther Activists. In: Susan Flynn/Antonia Mackcy (Hg.): Surveillance, Race, Culture. Cham 2018, S. 267-283.

Rez. v. Till Knaudt, Von Revolution zu Befreiung. Studentenbewegung, Antiimperialismus und Terrorismus in Japan (1968- 1975). Frankfurt am Main 2016, in: H-Soz-Kult 11.11.2016.

Laufende Forschung (Dissertation):

Politische Gewalt in der Bundesrepublik: Die Geschichte der Bewegung 2. Juni

Mit der Bewegung 2. Juni und ihren Vorläufergruppierungen wie den Tupamaros West-Berlin und München widmet sich das Dissertationsprojekt einem militanten Organisationskonglomerat, das sich 1968 formierte und bis 1980 aktiv war. Im Gegensatz zur RAF verstand sich die Bewegung 2. Juni im weitesten Sinne als „linkskommunistisch“ oder anarchistisch. Dabei handelt es sich um Varianten sozialrevolutionärer Theorie, die Arbeiterinitiative und basisdemokratische Entscheidungsfindung in den Mittelpunkt stellen. Ihre politisch-militante Praxis zeichnete sich durch Banküberfälle, Sprengstoffanschläge und Entführungen im In- und Ausland aus. Im Gegensatz zur Roten Armee Fraktion gelang es den Mitgliedern zweimal, ihre bei Entführungen gestellten Forderungen durchzusetzen. 1975 beispielsweise gab die Bundesregierung den Forderungen der EntführerInnen nach, nachdem die Bewegung 2. Juni den Berliner Bürgermeisterkandidaten und CDU-Landesvorsitzenden Peter Lorenz gekidnappt hatte. Fünf inhaftierte Militante wurden aus westdeutschen Gefängnissen freigelassen und in den Süd-Jemen ausgeflogen.

Der Schwerpunkt der Untersuchung widmet sich dem bisher vernachlässigten Praxisaspekt politisch motivierten Gewalthandelns, also dem Zusammenhang von Formen der Gewalt, der Vergemeinschaftung und Organisation. Daher stellen die Binnendynamik und das Verhältnis der Gruppierung zum linksradikalen Milieu wichtige Untersuchungsperspektiven dar. Der praxeologische Zugriff der Studie wird dafür mit Methoden der software-gestützten Netzwerkanalyse kombiniert. Im Sinne dieses Zugriffs gilt es, das akkumulierte Wissen der Organisation über das Leben im Untergrund und die Beherrschung militanter Praktiken herauszuarbeiten. Die Bewegung 2. Juni war spätestens nach der Entführung von Peter Lorenz international vernetzt, was zu einer strategischen Neuausrichtung von Teilen der Organisation führte und intern Spannungen erzeugte. Dementsprechend soll die politische Sinngebung der AkteurInnen beschrieben und im zeithistorischen Horizont kontextualisiert werden.